Fahrradparadies Kopenhagen

Trotz der langen Radreise im Jahr 2010 verspürt der Mensch früher oder später wieder das Verlangen, mal etwas anderes als die ewig gleichen vier Wände oder Radstrecken zu sehen. Die Stadt Kopenhagen war aus früheren Besuchen in guter Erinnerung, und aus diversen Quellen kann man erfahren, dass man hier besonders gut mit dem Rad unterwegs ist. So wurde ein Kurztrip in die dänische Hauptstadt geplant, auf der die Fahrräder (meines & das meines Lebensgefährten) mit dabei sein sollten.

Die Anreise erfolgte mit der Bahn. Mit der Bahn? Furchtbar lang und langweilig! Keineswegs, wir nahmen den Nachtzug, der auch ein geräumiges Abteil für die Fahrräder bietet und gönnten uns selbst einen Schlafwagen der Mit-Dusche-Und-WC-Klasse. Was sich aber absolut lohnt: völlig entspannt reisten wir in unserem ‚Zimmerchen‘ gen Norden. Solange man noch nicht schlafen will, stehen bequeme Sitzgelegenheiten und ein Tischchen zur Verfügung. Zur Begrüßung gab es wahlweise ein Weinchen oder einen Prosecco, Frühstück war ebenfalls inklusive. Perfekt entspannt, die Anreise auf diese Art.

Die bekannteste Kopenhagenerin aus ungewohnter Perspektive

Um 10:00 kamen wir gut ausgeschlafen mitten in Kopenhagen an. Wir drehten gleich eine größere Runde durch die Stadt, und waren über die Fahrrad-Infrastruktur sofort ziemlich begeistert. An allen größeren Boulevards befinden sich Radwege, und zwar nicht verschämt gerade mal so am Rande der Straße, sondern in gefühlt mindestens doppelter Breite wie deutsche Durchschnitts-Radwege. An Gefahrenstellen perfekte Signalisierung und Ausleitung der Radwege. Ampeln speziell für Radler. An Baustellen: nichts mit ‚Radfahrer absteigen‘ – im Gegenteil, oft asphaltierte Rampen auf den Bürgersteig und die Weiterleitung des Radwegs dort oder über die Fahrbahn. Immer für alle Teilnehmer deutlich signalisiert.

Den Autofahrern merkt man die überdeutliche Präsenz der Radler an – offensichtlich sind diese gewohnt, dass sich nicht nur ihresgleichen auf den Straßen fortbewegt. Zu keiner Zeit hatte ich selbst auf den mehrspurigen, stark befahrenen Innenstadtstraßen das Gefühl, irgendwelchen außergewöhnlichen Gefahren ausgesetzt zu sein.

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Wir stattetem einem Hersteller besonders gelungener Lastenräder einen Besuch ab. Dieser liegt in der Frederiksborggade. Diese ist ein absoluter Radler-Highway – der Besitzer erzählte von ca. 30.000 Radlern am Tag, die durch diese Straße in Richtung der Innenstadt bzw. aus dieser hinaus unterwegs sind. Und das schien mir nicht übertrieben, ständig fuhren wahre Pulks am Laden vorbei.

Später fuhren wir am Rathausplatz in der Bernstorffsgade an einer Zählanlage  für den Radverkehr vorbei. Der Tageszähler stand auf knapp 16.000, der Zähler für das ganze Jahr kam fast an die 500.000. und das obwohl hier sehr deutlich Winter war bisher!

Radlerzähler

Kopenhagen: eine sehr schöne Stadt, idealerweise mit dem Fahrrad zu erkunden. Und ein gigantisches Beispiel dafür, wie man den motorisierten Verkehr reduzieren kann, indem man echte, durchdachte Alternativen schafft.

Morgen werden wir uns ‚Den grønne cykelruteunter die Räder nehmen – eine beschilderte Runde an besonders schönen Plätzen in der Stadt vorbei. Ich werde berichten.

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