Von ganz viel Kohle, wenig Fisch und einem abrupten Szenenwechsel

Fife Coastal Path – 5. Etappe – Leven – Methil – Buckhaven – Wemyss – Kirkcaldy – Kinghorn

Wir hatten beschlossen, die Strategie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auszuweiten und deswegen für die nächsten drei Nächte ein B&B in Kirkcaldy gebucht. Von dort erreichten wir mit dem Bus den Endpunkt des Vortages, Leven.
Es erwartete uns zu Beginn dieser Etappe eines der größten zusammenhängenden urbanen Gebiete, und das nicht hübsch. Einst prosperierende Industriestandorte, im wesentlichen im Zusammenhang mit der Kohlegewinnung an diesem Abschnitt der Küste, harren jetzt spürbar leicht trost- und hoffnungslos besserer Zeiten. Die Industrie zog in den 60ern des letzten Jahrhunderts sehr viel Bevölkerung an, und als diese nicht mehr funktionierte, blieb viel Arbeitslosigkeit übrig.

Kein Kohlekraftwerk

Freundlicherweise wurde hier extra für uns ein die Aussicht doch stark behinderndes Kohlekraftwerk kürzlich abgerissen. Ein riesiges Offshore-Windkraftwerk macht Hoffnung.

So läuft man eine ganze Weile durch die zusammenhängenden Orte Methil und Buckhaven und kommt erst danach wieder in etwas grünere Gegend.

Kohle

Hier liegt einfach so ein Haufen Kohle rum.

Der Reiz liegt allerdings in dieser Gegend an den alten Zeugnissen der einst wegen der Kohle blühenden Gegend. Immer wieder kommt man an gut dokumentierten Stätten vorbei, an denen von dieser Zeit berichtet wurde. Und als der Pfad dann mal wieder direkt am jetzt doch eher Firth of Forth denn am Meer verläuft, findet man zahlreiche Kohlenstücke direkt in den Strandsteinen.
In West Wemyss machten wir unsere Mittags-Tea-Break im Walkers Inn. Dieses Dorf ist von allen ‚Kohledörfern‘ am schönsten restauriert, und das Walker’s Inn ist ganz in dieser Tradition sehr schön ‚refurbished‘.

Im Walker's Inn

Im Walker’s Inn. Man kann hier auch ubernachten!

Und von wegen wenig naturnah, diese Etappe: direkt hinter West Wemyss, wo auch sonst recht viele Spaziergänger unterwegs waren: eine Gruppe gemütlich sich auf Felsen räkelnde Seehunde, keine 20 m vom Strand weg. Überhaupt nicht scheu oder nervös, man fragte sich gar, wer hier en beobachtete, die Spaziergänger die Seehunde oder umgekehrt?

Seehunde

Eine Gruppe Seehunde direkt vor unserer Nase – und sowas von entspannt!

Mit dem Ravenscraig Park, in dem ein gleichnamiges Castle beheimatet ist, kündigt sich wieder urbanere Gegend an. Schon ist man in Kirkcaldy, der größten städtischen Ansiedlung der Küste. Man gab sich hier alle Mühe, die Uferpromenade so hässlich wie möglich zu gestalten: Beton und Hauptstraße. Trotz dass wir hier unsere Unterkunft hatten, ‚absolvierten‘ wir diese Übung und wanderten noch weiter bis Kinghorn.
Unsere Mühen wurden belohnt: in schönster Abendsonne war hier noch einmal ein fast wilder Küstenabschnitt mit dicht bewachsener, steiler Kante. Klippauf und klippab auf engem, spannenden Pfad erreichten wir schließlich Kinghorn, wo quasi sofort wieder ein Bus zu unserem B&B fuhr.

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