Busy.

Waldshut – Rheinfelden – Birsfelden – Laufen – Délemont

106 km

Die Euphorie generierenden gestrigen Verhältnisse wurde wieder in etwas normalere Verhältnisse gerückt. Der Wind erinnerte sich nicht meehr an die gestrige, sehr unterstützende Richtung und blies uns zunehmend ins Gesicht. Der Radweg war oft entweder von der Klasse ruhig und lauschig aber was für ein Gerüttel oder aber Asphalt und doch erheblich viele motorisierte Fahrzeuge um einen herum. Busy roads eben, wie der Engländer dies nennt. Gut, wir mussten auch durch den Industriegürtel rund um Basel durch. Die idyllische Seite kam deswegen von Zeit zu Zeit weniger zur Geltung…

Der Beginn des Tages war nach dem ersten Stau, den man radelnderweise zum Glück ohne mit der Wimper zu zucken  hinter sich ließ, sehr lauschig. Die Radroute führte in weiten Strecken absolut direkt am Rhein entlang. Und obwohl die Bundesstraße oft nicht weit entfernt war, bekam man lange so gut wie nichts von dieser anderen Mobilität mit.

am Rhein

Direkt am Rhein: Lauschig und extrem gut zu fahren, obwohl auf Asphalt verzichtet wurde.

In Laufenburg gönnten wir uns nach skandalös kurzer Zeit die erste Kaffeepause. Der Ort ist aber auch zu schön, um einfach durch zu radeln. Und das altehrwürdige Hotel Rebstock direkt am Stadttor hat eine Terrasse mit wunderbarem Ausblick auf die mittelalterliche Schweizer Häuserfront.

Laufenburg

Laufenburg. Definitiv die schönste Rhein – Häuserfront.

Später in Bad Säckingen mussten wir natürlich unbedingt über die wundervolle überdachte Holzbrücke radeln. Danach hatte uns die Realität aber sehr schnell wieder: einige km auf stark befahrener Straße folgten. Wenngleich auch immer mit komfortabel breitem deutlich markiertem Schweizer Radstreifen. Unangenehm, aber zu keiner Zeit lebensbedrohlich wirkend.

Holzbrücke

Richtig spooky auf – oder besser in – der Holzbrücke in Bad Säckingen.

Die Alternative folgte hinter Rheinfelden: ein sehr lauschiger Waldweg wieder direkt am Rhein, aber wir wurden ganz nett durchgerüttelt. Es kann eben nicht immer perfekt sein. Den Männern gefiel es, ich bin ja eher so der Asphaltroller.

Mitten im wüstesten Verkehrsgeschehen musste ich eine kleinere Havarie hinnehmen – die erste der Tour. aus der linken Pedalplatte im Radschuh hatte sich eine der Schrauben verabschiedet, und als ich vor der Kreuzung ausklicken wollte, drehte sich der Schuh wunderbar um die verbleibende Schraube, blieb aber partout im Pedal eingeklickt. Geiste3sgegenwärtig schaffte ich es gerade rechtzeitig, die rechte Seite auszuklicken. Vor meinem inneren Auge lag ich schon auf der Seite, begraben von meinem Rad mit gefangenem Fuß im linken Pedal. Zum Glück kann man so einen Schuh – sicheren Stand vorausgesetzt – ja einfach ausziehen und ich war gerettet. Und im nächsten Radladen erhielt ich kostenlos neue Scrhauben und konnte wieder ein- und ausklicken wie gewohnt.

Nach erneuter Industrieromantik mit ordentlich Verkehrsgeschehen rundherum wechselten wir in Birsfelden die Hauptrichtung, um an der Birs entlang Richtung Jura zu fahren. Dem Wind hatten wir damit ein Schnippchen geschlagen, er blies brav ins Tal hinein.

Die Karte versprach lange Abschnitte direkt auf der Straße. Bis Laufen hatten wir viel Verkehr zu ertragen, danach wurde es wie von Zauberhand ruhiger. Die letzten 20 km waren sehr schön – auch die Sonne ließ sich noch einmal schamhaft blicken und setzte dieses wunderschöne Tal mit seinen Felshängen rechts und links ins rechte Licht.

Übernachtung: Jugendherberge Délemont

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