Gerettet.

Saint-Blaise – Annecy – Albertville – Montmelian

113 km

Nein, wir wollten nicht so weit. Irgendjemand behauptete heute auch, dass wir vielleicht einen ‚Easy Day‘ machen könnten. Aber erstens kommt es anders, und zweitens überhaupt.

Das Wetter war uns wieder nicht freundlich gesinnt. Deutliche Feuchteerscheinung von oben diesen Morgen, die sich nicht wegdiskutieren ließen. Allerdings gerade so unterhalb der ‚OK, jetzt halt Regenzeug anziehen‘-Grenze.

Die ersten Kilometer mussten auf einer Hauptstraße absolviert werden. Glücklicherweise stellte sich diese als wenigstens nicht so stark befahren wie befüchtet heraus, außerdem schien sie für den Schwerverkehr verboten zu sein. Darüberhinaus gab es meistens einen üppigen Seitenstreifen und es ging nach der Passhöhe gestern zumeist gut rollend bergab.

Nach den ersten Hauptstraßenkilometern hatte ich bis Annecy eine Route gebastelt, die bis auf ein paar Einbahnstraßen in der falschen Richtung sehr gut funktionierte und uns auf angenehme Art in diesen Ort brachte. Überraschend viele Radwege dort, auf fast allen Straßen waren deutliche Radspuren markiert. In Frankreich hat sich offensichtlich einiges getan in Sachen Fahrradinfrastruktur.

Annecy

Annecy. Ganz nett.

Da das Wetter immer noch sehr unfreundlich tat, entschieden wir, im Tal zu bleiben. Diese Entscheidung wurde freundlichst unterstützt von sage und schreibe 30 km flauschigst zu befahrenden Kilometern Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse, Tunnel inklusive. Zunächst direkt am Lac d’Annecy entlang und immer im Tal entlang fernab jeglichen Autoverkehrs. Das einzige, was daran auszusetzen wäre, sind die häufigen Drängelgitter an den Kreuzungen, aber auch diese waren ganz gut zu umkurven.

Tunnel

Im ehemaligen Eisenbahntunnel, sogar beleuchtet.

Ratzfatz war immer mal mit ein bisschen Regen dabei Albertville erreicht. Nicht das großartigste Städtchen auf unserer Reise bisher. Und immerhin fanden wir ein wenn auch ein wenig abgeschraddeltes Café für einen ebensolchen.

Danach zeigt die Karte ein Sträßchen, was ganz parallel zu den zahlreichen verkehrsverseuchten Großverkehrsleitungen am Talhang entlang führte. Und das war genau so, wie man sich Radeln in Frankreich vorzustellen hat: kleine Dörfer mit altem Gemäuer und der Kirche mittendrin, Kühe, die einem relaxed vom Wegesrand zuschauen, wie man wieder einmal einen Hügel hinaufkurbelt und hin und wieder eine luftige Aussicht auf das Tal und die mächtigen Felstürme rundherum.

Luftig

Auch die Dörfer liegen teilweise recht luftig hier.

Irgendwann war dann wieder Unterkunft-Suchzeit. Und wir hatten uns vorher sogar informiert – unser präferierter Zielort sollte sogar zwei Hotels bieten. Nur war das eine leider ausgebrannt und das andere warum auch immer geschlossen. OK, nächster Ort. Das vielversprechende Chambre d’Hôte unbesetzt und am Telefon nur der Anrufbeantworter. OK, nächster Ort. Hurra, ein kleines Hotel. Voll. OK, nochmal 10 km. Und hier gab es dann alles, was das Radlerherz am Abend erfreut. Leckeres Abendessen, eine Garage für die Räder, ein schön großes Zimmer, WLAN, Frühstück – gerettet.

Übernachtung: Hotel George

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2 Gedanken zu „Gerettet.

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