Obendrüber.

Montmélian – Touvet – Plateau des Petites Roches – Grenoble

62 km

Der Himmel hatte sich zum Glück wieder für ein frisches Blau mit ein wenig weißen Wolkenbeimischungen entschieden. Die erste Herausforderung des Tages bestand darin, in dem ganzen Gewirr aus Autobahnen und heftig befahrenen Straßen einen Weg auf die andere Talseite zu finden und die Richtung nach Grenoble einzuschlagen.

Dafür hatte ich mir wieder einen Track gebastelt. Bis auf die Tatsache, dass die Strecke die ersten 15 km nicht immer auf flauschigem Asphalt entlang führte, war ich dennoch sehr zufrieden mit meiner Planung. Ich hatte offensichtlich genau die richtigen Sträßchen immer zwischen größeren Verkehrsadern zusammengesetzt. Hin und wieder hatten wir kurze Trailstücke und eines dieser Stücke wird garantiert bis zum Ende der Tour die Wertung der größesten Pfützen anführen. Wir entkamen dem Ertrinken gerade eben.

Ruhige Straesschen

Ruhige Sträßchen mitten im Tal. Man muss sie nur finden. Wie haben wir das nur früher ausschließlich mit der Michelin-Karte geschafft?

In Touvet die erste Kaffeepause mit wunderbaren Croissants auf einem sehr französischen Dorfplatz, vorbeifahrende 2CV inklusive. Zwei Ideen erwuchsen aus dieser Kaffeepause: die erste Idee war, nur bis Grenoble zu fahren um dort problemlos eine Unterkunft zu finden. Ansonsten hätten wir einen Nachmittagsaufstieg auf den Vercors mit wieder ungewisser Zielortsituation gehabt. Die andere Idee erwuchs quasi sofort aus dieser: just in diesem Ort bot sich eine mittlere Bergwertung zum Plateau des Petit Roches an. Dieses nette, grün gekennzeichnete Sträßchen würde uns durch drei Dörfer auf diesem Hochplateau führen um am anderen Ende nicht weit von Grenoble entfernt wieder auf dem Talboden aufzuschlagen.

OK, wir hatten ja genug Zeit. Die brauchten wir auch, das Ding entpuppte sich als so steil wie befürchtet. Die allerkleinsten Straßen sind meistens die bissigeren… Und schön warm war es ebenfalls, also richtig gut, um ein bisschen zu leiden und selbst schuld daran zu sein.

Bergankunft

Bei der Bergankunft. Das Bild täuscht gewaltig, Graham war geradezu explosiv am Berg und um einiges früher da 😉

Aber selbst die mieseste gemeine Bergwertung ist irgendwann am Ende, man selbst auch aber dann hoffentlich oben. Und gelohnt hatte es sich natürlich wieder einmal: wunderschöne Ausblicke und die senkrechten Felswände der Petits Roches ganz nah über uns. Die Mittagsbrotzeit an dem aussichtsreichen Picknickbänkchen hatten wir uns verdient.

Nachdem das letzte der drei Dörfer durchquert war, stand nur noch der Downhill nach Grenoble auf dem Plan. Diese Seite war genauso steil wie unsere Aufstiegsseite, die Bremsen liefen heiß. Bald hatten wir wieder die Hauptstraße nach Grenoble erreicht und ich entschied, trotz des Verkehrs auf ihr zu bleiben. Allerdings war hier schon Kilometer vor der Stadt fast durchgehend in vernünftiger Radweg, so dass der Verkehr gut zu ertragen war.

Und Grenoble scheint so etwas wie das französische Kopenhagen sein zu wollen – vernünftige Radwege quasi überall! Beschilderung durchgehend, ich hatte keinerlei Probleme, ins Zentrum zu finden. Radler aller Klassen und Couleur überall. Quasi alle Einbahnstraßen in der Gegenrichtung geöffnet für Fahrräder, mit breiter, markierter Radspur. Sogar ein dänisches Transportfahrrad war auf der Straße unterwegs. Nur auf den Typ ‚drängelnder französischer Autofahrer‘ muss man hier weiterhin acht geben, zweimal wurde knapp und scharf vor meiner Nase adrenalinfördernd abgebogen.

Grenoble

Eine sehr angenehme und nette Stadt, dieses Grenoble. Eine gute Entscheidung, hier zu bleiben.

Bei einem Citykaffee checkten wir die Unterkunftslage und das wesentlich teurer aussehende als tatsächlich teure Hotel de l’Europe nahm uns und unsere Räder auf.

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Ein Gedanke zu „Obendrüber.

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