Feiertag.

Grenoble – Engins- St. Julien en Vercors

55 km

Upps – die Franzosen haben ja schon heute einen Feiertag. Die Stadt war auch extrem entspannend verkehrsleer und entließ uns auf sehrr ruhige Art. Abgeehen von der Tatsache, dass wieder überall Fahrradwege zur Verfügung standen, die dem Radler auch an normalen Werktagen ein angenehmes Dasein bescheren.

So fanden wir ohne Probleme den Einstieg zum Aufstieg. Der Vercors stand nämlich nun auf dem Programm, das ist mehr oder weniger ein Hochplateau, was sich südlich von Grenoble erstreckt mit felsigen Bergkämmen, die es nach Osten und Westen begrenzen. Aber Hochplateau bedeutet nach einer Tallage von fast nur noch 200 m Höhe ein gutes Stück Arbeit.

Auch hier wieder - tolle Radfahrer-Infrastruktur. Gut gemacht, Grenoble!

Auch hier wieder – tolle Radfahrer-Infrastruktur. Gut gemacht, Grenoble!

Und so waren die ersten 13 km nach Grenoble zwar fast nie furchtbar steil – ich fuhr fast nie in Rohloff 1 heute – aber stetig. Und warm war es. Puha. Und am allerätzendsden war die Tatsache, dass ganz Grenoble in das Vercors einzufallen schien, ein großer Anteil auf super lärmigen Motorrädern. Und unter diesen haufenweise Typen, die nach jeder Kurve offensichtlich das Letzte aus ihren Stinkebrüllteilen herausholen mussten. Der Genuss hielt sich daher in stark umrissenen Grenzen. Und die Steigung schien nicht enden zu wollen.

Tatsächlich war sogar diese doch irgendwann zu Ende und wir gaben uns sogar noch etwas Extrahügel, um ein ruhiges Pausenplätzchen im Dorf leicht oberhalb der Hangkante zu finden. Und dort war das ideale Pausenbushäuschen, ruhig, schattig und mit luftiger Aussicht. Und ein Hund auf dem Nachbargrundstück, der sich wohl ein Häppchen von uns erhoffte, was er nicht bekam und uns deswegen entschieden ausbellte.

Ich pass hier auf, ey!

Ich pass hier auf, ey!

Es folgte ein Stückchen moderaten Aufstiegs durch die erste Schlucht des Tages. Der Verkehr hatte nachgelassen, die Schlucht war sehr schön. Die Stimmung stieg, die Körpertemperatur fiel wieder. Irgendwann war der erste ‚Gipfel‘ erreicht und man konnte den ersten Downhill genießen.

Und dann die zweite Schlucht des Tages – ebenfalls downhill, die ‚Gorges de la Bourne‘. Diese wird zunächst sicher die ‚Imposante-Schlucht-Wertung‘ bis auf weiteres anführen. Haufenweise überhängender Fels, ein kurviges Sträßchen, was sich kühn zwischen die Felsen klemmt und wir so mittendrin. Ein absolutes Highlight!

Gorges de la Bourne

In den Gorges de la Bourne – was für eine Schlucht!

Aus diesem ‚Loch‘ wieder herausgekurbelt ging es dann schon gegen vier Uhr nachmittag. Eigentlich noch sehr früh, beschlossen wir doch, so zeitig mit der Unterkunftsuche anzufangen, schien doch ganz Frankreich seine Wohnungen verlassen zu haben und die Unterkünfte rundherum vorausgebucht zu haben. Und wieder bis kurz vor acht zu arbeiten, nur um nicht unter der Brücke zu landen – darauf hatten wir wenig Lust. Außerdem ist die Gegend absolut übernachtens- und bleibenswert hier! Im ersten Chambre d’hôte war daher auch complet – die nette deutsche Dame war völlig bestürzt, uns abweisen zu müssen. Das Hotel direkt in St. Julien war wieder einmal geschlossen. Der dritte Chambre d’hôte-Versuch war dann ein Volltreffer. Sehr French ‚Old Style‘ und quasi 100% internetfrei, aber ein wunderbares älteres Ehepaar in einem absolut relaxten Fleckchen ein Stück weg von der Straße, die uns fürstlich bekochten und mit Wein und Aperitif verwöhnten.

Übernachtung: Chambre d’hôte La Grotte

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Ein Gedanke zu „Feiertag.

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