Provence.

St. Julien en Vercors – Die – La Motte-Chalancon 

103 km

Es hatte in der Nacht geregnet. Aber außer ein paar stimmungsvoll tiefhängenden Wolken war davon am Morgen nichts mehr zu spüren und wir hatte einen wunderschönen Anfang – zunächst etwas downhill zum ‚Talgrund‘ des Vercors, um aus diesem wieder langsam zum Col du Rousset hinaufzukurbeln. Der Verkehrsstress von gestern war wie weggeblasen – es waren wohl alle angekommen und / oder noch beim Frühstück. Die Franzosen haben nämlich sage und schreibe zwei Feiertage hintereinander und sind offensichtlich alle in das Hinterland eingefallen.

Wolkenstimmung

Wolkenstimmung.

Der Col du Rousset war eine vergleichsweise einfache Aufgabe, muss man vom Vercors nur mal eben 300 m über die Kante kurbeln. Was auch nie steil war und mit dem kurz vor dem Aufstieg eingeworfenen Riegel quasi im Tiefflug absolviert wurde.

Aber dann! Quasi 21 km Downhill, die ersten 14 km Dauerserpentinen, absolutes Alpenpassfeeling (Ist ja auch ein Alpenpass, wenn auch keiner der ganz großen…)! Adrenalin pur! Unglaublich gut.

Serpentinen

Boah ey! Die durften wir alle runterfahren!

In Die hatten wir auf diese Weise 50 km zusammengesammelt und gönnten uns eine Plat-du-Jour-Mittagspause in der Bar L’Etape zusammen mit gefühlt 100 Motorradfahrern mit Ente à l’Orange. Erwähnte ich schon, dass wir mit dem Essen bisher immer sehr zufrieden waren?

Die weitere Strecke führte uns im Tal der Drôme hinauf. Zunächst flach und mit freundlicher Unterstützung von einem wieder mal netten Rückenwind, bevor wir wieder in die Hügelwelt in südliche Richtung hineinstachen. Eine kleine knapp 400 m -Bergwertung über den Col de Prémol stand für den Nachmittag auf dem Plan. Die Landschaft hatte sich wieder einmal komplett gewandelt: Lavendelfelder, Hügeldörfer, der erste gelb blühende Ginster war zu sehen und die Zikaden brüllen förmlich. So richtig Provence schon.

Huegeldorf

Noch im Tal der Drôme, die Dörfer allerdings schon schön auf Hügeln gelegen, wie das sich in der Provence gehört.

Dieser war auch wieder eher gemütlich, aber die Luft eher vom Typ schwülwarm. Ich ging das Pässlein deswegen sehr gemütlich an, während die englische Uphill-Rakete namens Graham wieder einige Zeit oben auf mich wartete. Immerhin gab es für ihn Unterhaltung durch einen französischen Tourenradler, der nach Marseille unterwegs war.

Danach wieder Wonne pur, da es bis ins nächste Tal fast 30 km unsteil aber stet nach unten ging. Das Zeil hieß La Motte-Chalancon, hier sollte es einige Übernachtungsmöglichkeiten geben.

Das Hotel am Platz war auch schnell gefunden. Aber: ausgebucht, nicht nett! Nett war allerdings die Dame des Hauses, die keine Minute zögerte und den ganzen Ort zusammn telefonierte, um herauszufinden, ob irgendwo noch ein Zimmer zu haben war. Und tatsächlich – wir mussten zwar wieder 3 km zurück zu einem Chambre d’hôte, was beim Hineinfahren schon zu sehen war aber völlig verlassen war – aber das einzige Zimmer dort hatte auf uns gewartet. Lustigerweise eine nordirische Familie, die das Chambre d’hôte zusammen mit einer kleinen Schäferei betreibt, auch Graham konnte so wunderbar mit dem Landlord Konversation betreiben.

Übernachtung: Chambre d’hôte La petite bergerie

Advertisements

Ein Gedanke zu „Provence.

  1. Pingback: Tour de France 2013 | Unterwegs. Kürzer. Länger.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s