Mediterran.

La Motte-Chalancon – St. Jalle – Montbrun-les-Bains – Sault

85 km

Die Landschaft wechselte wieder einmal komplett. Die typischen Provencegewächse tauchten am Wegesrand auf: Klatschmohn und die Herbes de Provence, Kiefern allenthalben. Die Pässe werden gemütlicher, wenngleich auf jeder merklichen Anhöhe stolz ein Schild prangt. Die Felsen, die sich in den letzten Tagen immer gewaltig aus den Bergrücken erhoben, verschwanden zum Schluss fast komplett und die Täler sind von bewaldeten Hügeln umringt.

Klatschmohn

Klatschmohn. Very Provence.

Und was natürlich bei einer Provencetour niemals fehlen darf: man hatte den Mistral eingeschaltet. Unglaublich intensiv strahlte die Sonne von einem unglaublich blauen Himmel, die letzten Wolkenreste hatten im Laufe des Tages keine Chance mehr. Wenn man allerdings einmal nicht ein Bergaufsträßchen hinaufkurbelt, bläst einem dieser Wind sofort alle Wärme aus dem Körper. Für den Normalmitteleuropäer also eine gewöhnungsbedürftige Kombination von unglaublich sonnig aber verdammt frisch.

blauer Himmel

Der blaueste Himmel, den man sich vorstellen kann.

Und so gerieten wir heute noch weiter in den Süden. Zunächst ins Tal des Flusses Eygues, wo mal wieder schöne Gorges beeindruckende Felswände auftürmten. Ein einspuriger Tunnel inklusive, wo für die Radler per Extra-Radlerampel die Durchfahrt geregelt wird. Nach talabwärts wieder talaufwärts durch St. Jalle zum Col de Peyruergues. Überhaupt kein Verkehr, wenn überhaupt, dann Scharen von Rennradlern in bunten Lycra-Klamotten. Vermutlich begegneten wir heute mehr Radlern als sonstigen Verkehrsteilnehmern. Kaffeepausen machten sich heute rar, da die Orte doch allesamt auf mächtigen aber ralderunfreundlichen Hügeln gelegen sind. Sehr pittoresk und fotogen, allerdings für die spontan verfügbare Infrastruktur eher hinderlich.

Huegeldoerfer

Und immer wieder die wunderhübschen Dörfer ganz oben auf dem Hügel.

Dann noch ein paar Mal rein ins Loch und raufkurbeln aus dem Loch – die Lage wiederholte sich. Der letzte Aufstieg nach Sault, unserem Zielort war aber von mir so ganz und gar nicht in der Erinnerung und auch nicht in der Planung und deswegen echt gemein. Die Michelinkarte schwieg sich über diesen doch wieder fast 200 Meter zu erklimmenden Höhenunterschied diskret aus. Aber dann waren wir doch recht früh am Nachmittag in Sault angekommen. Völlig unerwartet gestaltete sich die Unterkunftssuche absolut unproblematisch. Hier werden wir zwei Tage bleiben und morgen die Räder mal wieder ohne Beladung ausprobieren. Wahrscheinlich fliegen wir tief… Das Abendessen nahmen wir im Restaurant ‚La Provencal‘ ein. Hier war ich schon vor 24 Jahren gewesen nach meiner ersten Fahrradüberquerung des Mont Ventoux. Ich hatte das Essen als extrem gut in Erinnerung und wurde absolut nicht enttäuscht. Es erinnerte sich allerdings keiner an mich, allein schon deswegen, weil die Bedienungen damals wahrscheinlich noch nicht mal existierten 😉

Übernachtung: Hotel d’Albion

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Ein Gedanke zu „Mediterran.

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