Ultimo.

Sault – Pernes-les-Fontaines – Avignon

80 km

Hach je, das war es jetzt. Auch diese Tour fand ihr Ende. Wie gemein das immer ist.

Wir starteten begleitet von einem nach wie vor Kühlschranktemperaturen bereitenden frischen Wind. Zunächst waren nur die Bremsen zu betätigen, waren doch bis ins Rhônetal fast 700 Höhenmeter zu gewinnen. Der letzte landschaftliche Höhepunkt sollten die Gorges de la Nesque sein. Von wegen: mal sehen, ob wir unser Gorges-Ranking noch mal neu ordnen müssen.

Ich zeigte Graham noch den gewaltigen Felsschlund, in den wir bald hineintauchen sollten und wunderte mich zunächst nicht über die kleine Anhöhe, über die unsere aktuell benutzte Straße führte. Und es ging immer noch weiter den Hügel hinauf. Irgendwann tauchte dann eine beschilderte Kreuzung auf und schlagartig wurde mir klar, dass ich warum auch immer das Loch zu den Gorges verpasst hatte.

IMG_0158

Die Gorges de la Nesque. Von oben, allerdings…

Schimpfend wie ein Rohrspatz (mein Computer hatte sich am Vorabend nämlich standhaft geweigert, eine Route auf mein GPS zu übertragen) beschloss ich allerdings, die Gorges aus der Planung zu streichen und dieser Strecke ‚obendrüber‘ weiter zu verfolgen. Und das Geschimpf hätte ich mir sparen können: eine wunderbare Strecke war das, die ich aufgrund der zusätzlichen knapp 250 Höhenmeter so nie gewählt hätte. Immer wieder weit reichende Ausblicke, den Mont Ventoux ständig im Hintergrund heute so klar wie selten. Und zur allerbesten Unterhaltung wurden wir Zeugen einer Oldtimer-Rallye mit so richtig historischen Schnauferln – wir hatten sogar die Möglichkeit, an einem Posten ein wenig  mit einem der Piloten zu plaudern.

Oldtimer

Eine veritable Oldtimerrallye!

Und die zusätzlichen Höhenmeter bescherten uns einen gewaltigen, nie enden wollenden Downhill auf einer zwar wieder etwas rütteligen aber ganz wunderbar verkehrsarmen Straße. Auf einer Strecke von ungefähr 10 km kann ich mich kaum erinnern, jemals etwas anders als die Bremshebel betätigt zu haben.

Ventoux

Der Ventoux heute, so klar wie selten.

In Méthamis dann den obligatorischen Vormittagskaffee mit Croissants und dann galt es, die kleinen Sträßchen herauszufischen. Die größeren waren zwar nicht so wahnsinnig stark befahren heute am Sonntag, aber oft recht ungeschützt und der Nordwind packte uns immer wieder von rechts und beutelte uns in Richtung Straßenmitte.

Aber wir gelangten auf fast ausschließlich wunderbar ruhigen Bauernsträßchen nach Pernes-les-Fontaines, wo wir zunächst gefühlt stundenlang im Ort umherkreuzten, um irgendetwas zum Mittagessen zu bekommen. Also Städtchenbesichtigung gleich inklusive.

Nach weiteren ca. 20 km Nebenstraßenzusammengepuzzel hatten wir schlussendlich das Ortsschild von Avignon erreicht und mussten nur noch dieser Straße bis ins Zentrum folgen. Zum Glück landeten wir an einem Sonntag Nachmittag – Avignon scheint sehr verkehrsverseucht zu sein. Radspuren sind zwar auch dort inzwischen allenthalben markiert, aber zum großen Teil albern schmal und nicht wirklich gut geplant.

pont de lavignon

Und zum Schluss die halbfertige Brücke in Avignon. Dass die die auch nie fertig bekommen!

Die Räder dürfen im Besprechungsraum des ibis nächtigen, wir selbst hatten noch eine Runde durch Avignon und fanden ein nicht mehr ganz so preiswertes aber wieder extrem gutes kleines Restaurant etwas abseits, das offensichtlich bzw. gut hörbar in englischsprachigen Reiseführern empfohlen sein muss. Auf jeden Fall speisten wir wieder einmal ganz hervorragend und zelebrierten unsere wirklich gelungene Unternehmung!

Übernachtung: ibis direkt am Bahnhof

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4 Gedanken zu „Ultimo.

  1. scrooge

    Zufällig habe ich dein neues Blog entdeckt, als ich den England-Teil deiner Nordseerunde nachgelesen habe. Ihr hattet also mal wieder eine tolle Reise. Ich fand es auch schön, die Blogs von dir und Graham parallel zu lesen und zu sehen, auf was für unterschiedliche Dinge ihr achtet. Gute Heimfahrt noch!

    Antwort
  2. Pingback: Tour de France 2013 | Unterwegs. Kürzer. Länger.

  3. Pingback: Monatsrückblick Mai 2013

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