Bidibadamm, bidibadamm, bidibadamm….

Der Vormittag verlief mit schwülheißer Wartezeit. Die Inlandsbahn, die uns weiter Richtung Norden bringen soll, fuhr erst am frühen Nachmittag ab, so dass wir noch einige Stunden unfreiwilligen Easy-Goings zu verbringen hatten.
Wir gönnten uns eine Portion Kultur. Anders Zorn nämlich – der berühmteste Maler Schwedens – ist ein Sohn dieses Städtchens und ihm ist ein gleichnamiges Museum gewidmet. Obwohl – ich gebe es offen zu – wir mehr angezogen waren von den fabelhaften Zeichnungen des Herrn Björn Berg, dem Originalzeichner von ‚Michel aus Lönneberga‘.
Der heißt hier übrigens Emil und wurde in Deutschland nur deswegen umgetauft, weil Erich Kästner schon einen unsterblichen Emil geschaffen hatte mit dem der kleine blaugestreifte Småländer nicht verwechselt werden sollte.
Und noch mehr sehenswerte Zeichnungen des Herrn Berg waren ausgestellt: wir lernten zum Beispiel auch die Teelöffelfrau kennen, die eines Morgens in ihren schwedischen Landgutbett aufwachte und plötzlich die Größe eines Teelöffels hatte. Nun, da konnte sie schon auf ihrer Katze ums Landgut reiten.
Nach einem weiteren Besuch der hübschen Kaffestuga bzw. deren schattigen Garten mit den erwartungsvoll dreinblickenden Spatzen hatten wir bald die ganze Wartezeit absolviert und unser schmucker Schienenbus der Inlandsbahn fuhr ein.
Die Inlandsbahn ist eine Bahnlinie, die Hunderte von Kilometern im Landesinnern durch unglaublich einsame Landstriche auf eingleisiger Spur nach Lappland schaukelt. Daher auch der Titel: einer der lautmalerischen Entsprechungen, die man je nach Schienenzustand immer wieder im Ohr hatte. Sie wird nur noch als Touristenbahn betrieben, wobei inzwischen allerdings das Unternehmen (wieder!) Gütertransport anbietet und stetig wächst. Auch die touristischen Verbindungen wurden erweitert auf u. a. Verbindungen, die im Winter die entsprechenden Sportstätten erreichen.
Und man muss nicht einfach seine Stunden absitzen. Ein netter Zugbegleiter erzählt viel über das wenige, was rechts und links der Strecke abgesehen von schwedischem Wald zu sehen ist, und man hält immer wieder an, um irgendetwas anzuschauen oder um etwas zu essen oder zu trinken oder beides zu bekommen. Oder einfach um sich zehn Minuten die Füße vertreten zu können und mit dem Lokführer oder den Mitreisenden zu plaudern. Langeweile kommt so nicht auf. Schon gar nicht, weil das doch ein wenig antiquiert wirkende Gefährt mit gut funktionierendem kostenlosen WLAN ausgestattet ist. Großartig, so macht Bahnfahren Spaß.
Und so erreichten wir um 21:01 fahrplanmäßig (ja, das gefällt uns Deutschen) Östersund, wo wir nach wenigen Schritten in der Pension Bären unser reserviertes Zimmer beziehen konnten. Noch bei hellichtem Tag, wie noch anzumerken wäre.

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