Badetag

02.08.2013

Bewölkt ging es heute morgen weiter. Die nette deutsche, dänische und schwedische Gesellschaft verteilte sich auf die beiden Richtungen, die der Weg hier noch bietet. Eine allein wandernde schwedische Dame, die mein Schwedisch sehr lobte aber auch überschätzte, hatte gestern erzählt, dass die fünf Extrakilometer machen musste, da sie ihren Wanderstock vergessen hatte. Als wir alle gleichzeitig aufbrachen, reichte ich ihn ihr deswegen an, was ihr offensichtlich sehr zur Freude gereichte.
Die Etappe war recht kurz, allerdings ging es über einen dreihundert Meter über Hüttenhöhe gelegenen Sattel. Der Weg stieg denn auch zwar angenehm ansteigend, aber doch stetig auf diese Höhe an. Die Vogelwelt zeigte sich heute, wieder meistens erbost protestierend aufflatternderweise. Einmal schaute ein Birkhuhn allerdings eher erstaunt zu uns hin.
Auf der Passhöhe sah es aus, als hätten die Riesen mit Murmeln gespielt, so viele Steine in beeindruckender Größe lagen unaufgeräumt herum. Sogar richtige fast mannshohe Steinsäulen waren zu sehen, die der Erosion über Jahrhunderte standgehalten hatten.
Nach der Passhöhe ging es – was auch sonst – wieder hinab. Ein gewaltig tosender Fluss war schon von weitem auszumachen. Hier gab es auch wieder bequeme Sitzfelsen auf denen wir eine wenn auch etwas von Flussgetöse begleitete Mittagspause verbrachten. Das Wetter hatte sich inzwischen komplett für gut, blauen Himmel und sonnig entschieden.
Herrlich, denn die Landschaft leuchtete nun richtig. Der bald ins Blickfeld kommende See Virihaure hatte eine leuchttürkise Färbung angenommen. Allerdings war das Gewander mit erheblich mehr Schweißentwicklung verbunden.
Wir waren gegen zwei Uhr nachmittags schon fast am Ziel in Arasluokta. Der Idee, noch eine Hütte und 12 km weiterzuwandern, wurde nicht stattgegeben, weil es erstens doch nicht mehr ganz so früh am Tag war, zweitens es bei der Wärme noch einmal kräftig bergauf gegangen wäre und drittens der Platz herrlich war. Eine kleine Hüttensiedlung am See, wo auch die Hüttenwartin und ihr verschmuster Hund wohnt an diesem pittoresken See, der sich zwischen die gewaltigen grünen Hänge klemmt. Und es gab sogar einen kleinen Badesee, die Temperatur war sogar richtig erträglich – bei diesem Sommertag genau das Richtige. Als Tüpfelchen auf dem i verkaufte uns Frau Hüttenwartin noch ein Stück geräuchertes Renfleisch, Kekse zum Kaffe und ein Bierchen für den Abend. Jättehärligt, wie der Schwede sagt.

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