Plateau

03.08.2013

Abends schon war kräftiger Wind aufgekommen. Am nächsten Morgen hatte er noch nicht nachgelassen, und in der Hütte klang es, als würde draußen ein gewaltiger Sturm toben. War aber nur vorgetäuscht: es handelte sich zwar um einen frischen, die Mücken vollständig vertreibenden Wind, aber man selbst war zu keinem Moment in der Gefahr, weggeblasen zu werden. Es handelte sich um einen sortenreinen Föhn, wie er hier recht oft in Ost-West-Richtung vorkommt: in Norwegen Regen, in Schweden trocken.
Wieder sollte uns eine recht kurze Etappe ans Ziel, Saltoluokta, bringen: 12 km, sogar einer weniger als am Vortag. Aber eine Bergwertung stand wieder auf dem Programm.
Bei schönstem Sonnenschein und angenehmen Kühlgebläse hatten wir die Höhe bald erreicht (eigentlich sind alle Bergwertungen hier für erfahrene Alpinisten eher Kinderfasching). Wir kamen nun auf das Hochplateau Padjelanta, was dem Nationalpark und dem Fernwanderweg seinen Namen gab. Sehr schön ging es zwischen kleinen Seen hindurch, immer mit prächtiger Aussicht auf den ganz großen See, den Virihaure.
Am letzten Bach war Mittagspause. Geeignete Plätze hierfür sind meist leicht zu finden, also Plätze, die den Ansprüchen fließend Wasser, Sitzsteine und Aussicht genügen.
Wir stellten allerdings fest, dass uns nur noch ein wenig Abstieg vom Ziel trennten. Die folgende Etappe zieht sich aber über 19 km und war dann doch ein wenig arg viel für einen angebrochenen Nachmittag. Das gab bei der anderen Hälfte der Reisegruppe doch ein leichtes Gemaule, von wegen schon wieder ein langweiliger Nachmittag und so.
Bald waren wir also in Staloluokta angekommen, was quasi die Hauptstadt des Padjelanta ist. Hier gibt es eine richtige Siedlung einer zweistelligen Anzahl an bunten Häuschen, einen Helikopterlandeplatz mit regelmäßigen ‚Busverbindungen‘ nach Kvikkjokk und Ritsem, eine grassodenbedeckte Kyrkkåta, einen Kiosk mit einer für hiesige Verhältnisse riesigen Auswahl und eine ziemlich große Fjällstuga mit Sauna. Die Fjällstuga hat sogar elektrisches Licht, was man ja zur Zeit überhaupt nicht braucht, da es ja quasi die ganze Nacht immer noch sehr hell ist. Und es gibt einen Sandstrand, an dem man entlang promenieren kann und auf dem Rückweg in der angrenzenden Heide ordentlich Heidelbeeren, die man mangels ordentlichem Gefäß in der Mütze sammeln kann. So kamen wir zu einem leckeren Nachtisch mit Heidel- und Moltebeeren und ratzfatz war der langweilige Nachmittag rum.
Was ich allerdings nicht ganz verstehe: dass so viel von diesem Ort geschwärmt wird – sind halt mal wieder ein paar mehr Häuschen, aber der See und die Gegend ist überall sehr schön. Wir werden also nicht wie mir schon oft empfohlen wurde, einen Tag hier verbringen, sondern morgen weiter nach Duottar gehen.

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