Trittsicherheit

Und weiter ging es durchs Unterholz. Unvorstellbare fast 50 km zieht sich dieser winzige Pfad durch dicht bewachsene Wiesen, nun etwas lichteren Birkenwald und über kleine Moorflächen zwischendrin. Rechts und links des Weges kilometerweit nur Natur.
Stellenweise war der Pfad heute einfache zu gehen und meistens – bis auf die Wiesenstrecken – nicht ganz so dicht zugewachsen wie gestern. Dafür mussten wir heute immer wieder streckenweise über unmöglich hingewürfelte Steine. Bei jedem Schritt voll konzentriert, dass man weder in ein knöcheltiefes Matschloch dazwischen noch zwischen prima als Fußangeln geeignete ineinander verkeilte Felsblöcke geriet.
Um die Mittagszeit gerieten wir an ein immenses Schmelzwasser-Geröll-Bachbett, in dem auch noch ein heftiger Bach nach unten jagte. Keine Brücke. Also Wanderschuhe ausziehen und in Crocs hinüberwaten? Doof. Wir fanden eine Stelle, an der man ganz gut von Stein zu Stein hinüberkam, einen weiten adrenalinfördernden Schritt in der Mitte. Danach war das mittlere, etwas höher liegende Geröllfeld eine toller Mittagspausenplatz.
Fünf Passanten kamen uns entgegen und hatten die gleiche Aufgabe in umgekehrter Richtung. Dem ersten Pärchen, Deutsche, empfahlen wir unsere Stelle. Sie wanderten allerdings fast den Berg hinauf und fanden offensichtlich dort eine Furt. Dem nächsten Pärchen zeigte Stefan schon fast, wo es drüber gehen sollte. Sie kam trocken durch, er leerte auf der anderen Seite einen Bergschuh aus. Und dann kam noch eine allein wandernde Schwedin. Dieser wurde von Stefan persönlich geholfen. Auf sein Anraten zog sie Die Gamaschen an und er geleitete sicher nach drüben. So nett.
Ansonsten hopsten wir weiter von Stein zu Stein, versuchten, allzu Tiefe Matsche zu vermeiden und kamen bald zur Tarrekaise-Stuga. Dort blieben wir aber nicht, sondern die nächsten 6 km bis zur nächsten Hütte waren auch noch im Tagesplan.
Und die hatten es noch mal in sich: vermutlich das anspruchsvollste Streckenstück des ganzen Padjalantaleden. Noch größere Würfelsteine, bevorzugt mit einer scharfen Kante oder Ecke nach oben und hemmungslos ineinander verschachtelt. Dazwischen immer wieder wahre Moorbäder. Und mal eben noch ein Aufstieg auf ein kleines Plateau, von dem man immerhin mit einer tollen Aussicht belohnt wurde. Aber hinunter zur Hütte war wieder genauso steil und steinig und unwegsam und wir waren sehr froh, angekommen zu sein.
Dafür gab es zum Nachtisch kiloweise Beeren, die heute am Wegesrand quasi um Mitnahme buhlten. Unter anderem hatten wir einen ganzen Teller voll Moltebeeren und sogar Walderdbeeren gab es an einer Stelle!

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