Örnsköldsvik

Der weitere Weg zurück nach Süden führte uns in das Örtchen mit dem für Deutsche nahezu unaussprechlichen Namen. Das ’sk‘ in der Mitte wird nämlich auch noch wie ein bloß dahingehauchtes ’sch‘ ausgesprochen.

Ich hatte diesen Ort ausgesucht, da er einerseits an der Bahnstrecke in den Süden liegt und andererseits einer der Einstiegspunkte der ‚Höga Kusten‚ ist. Auch diese gehört zum schwedischen Welterbe. Also landschaftlich sehr schön, was längst nicht überall in Schweden der Fall ist.

Die Höga Kusten schauten wir uns denn auch quasi von oben an. Höga Kusten bedeutet nichts anderes als ‚Hohe Küste‘ und das ist sie für schwedische Verhältnisse auch. Normalerweise ist man flache Inselchen gewöhnt, aber hier türmen sich die Inseln und Hügel am Festland schon fast gefühlt gebirgig auf. So gibt es denn auch einen Aussichtsberg, den Skuleberget, der fast 300 m mit einer gewaltigen senkrechten Felswand über der Ostsee aufragt. Von oben sieht man dann bis Finnland. Naja, fast. Aber schön!

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Die Höga Kusten von oben. Gigantische Aussicht vom Skuleberget.

Und sie wird immer noch höher. Im Naturum, dem Besucherzentrum, ist sehr schön dargestellt, wie sehr sich die Ostseeküste durch die Landhebung verändert. Seitdem der letzte Eiszeitgletscher weg geschmolzen ist, fehlt der Druck aufs Land und es hebt sich etwa 1 cm pro Jahr (immer noch!) aus dem Meer hinaus. Aus mehreren Inseln wurden in vielen Fällen eine, und verschiedene Funde einzelner Epochen zeugen von Strandlinien, die inzwischen in luftiger Höhe liegen.

Der Ort selbst ist ein wenig seltsam. Ein brandneuer futuristisch anmutender Bahnhof, der aber leider sehr tot wirkt, nachdem beide Gastronomiebetreiber aufgegeben haben, sorgte für einen sehr eigenen ersten Eindruck. Der Hafenbereich lud mit sehr schöner neuer Promenadenbebauung und einigen Kneipen ein – allerdings quasi kaum einer da. Zwei alte Kräne wurden renoviert und schmücken denkmalgeschützt die Promenade, die von einem neuen Hotel mit 14 Stockwerken dominiert wird.

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Die alten Hafenkräne dienen nur noch als Promenadendeko.

Ein sehr schicker Kasten, sowohl von außen als auch von innen – wir waren dort zum Übernachten, sehr empfehlenswert. Allerdings verdient die Gegend ordentlich Geld mit Papier- und Zelluloseindustrie, was man oft genug riechen kann, pöh. Örnsköldsvik hat wohl einige Millionen in ein Tourismusprojekt gesteckt und gerade der ehemalige innere Hafenbereich sieht sehr schnieke und modern aus, der Besucheransturm fehlt aber offensichtlich noch ein bisschen.

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Moderner Chic an der Uferpromenade.

Ansonsten mussten wir in Övik, wie die Einheimischen es verkürzt nennen, ein Outlet einer sehr bekannten nicht näher zu nennenden schwedischen Outdoormarke besuchen, die dort ihren Firmensitz hat. Dazu entliehen wir ein kommunales Leihrad, das für etwa 5 € am Tag zu haben war, direkt am Hafenkiosk zu beziehen und in sehr erfreulichem Zustand, auch diese brandneu. Ein erfreuliches, jedoch nicht allzu großes Kunstmuseum vertrieb uns auf angenehme Weise etwas von unserer Urlaubszeit. Und die Innenstadt war tatsächlich ganz nett, schon fast als urban zu bezeichnen und mehr los als im größeren Luleå. Wir fanden unser Lieblingscafé auch hier.

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Kommunale Leihräder in frischem Grün.

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