Dorfkirche

Altenwerder: Ein Ausflug zu einer kontrastreichen Seite Hamburgs
Hamburg tat mal wieder Not. Die schönste Stadt Deutschlands mit ihrer unvergleichlichen Kombination aus strahlenden Gründerzeit-Stadtvierteln, lebendiger Stadtteilkultur wie z. B. in Ottensen und der Lage am Wasser muss ich mindestens einmal im Jahr besuchen. Praktischerweise wohnt hier sehr liebe Verwandtschaft, sodass fast schon ein richtiges Zuhause auf den Besuch wartet.
Nach Ankunft mit dem Nachtzug, der uns wieder einmal eine höchst angenehme und stressfreie Anreise ermöglichte, trafen wir uns zunächst mit einem neuen Hamburger Freund, den wir kurioserweise in der heimatlichen Bodenseegegend kennenlernen durften. Nach ausgiebigem Klönschnack und zweitem Frühstück bei Schweinske schlug er vor, ein wenig Bus und Bahn zu nutzen um eine sehr wenig touristische jedoch absolut interessante Ecke Hamburgs zu erkunden.
So nahmen wir den Bus, der uns unter der Elbe hindurch in den Süden zu bringen. Das erste Mal durch den Elbtunnel, sowas bekommt man als Nicht-Autofahrer eben auch nicht so oft geboten.
Nach Aussage der Hamburger beginnt dort direkt Bayern, was wir allerdings nicht bestätigten. Wir stiegen in Altenwerder aus, einem ‚Stadtteil‘ Harburgs, der aber fast komplett von einem der neueren Teile des Hamburger Hafens eingenommen wird. Fast – und genau das war der Grund, dass Christian uns dorthin ausführte. Neben der harten Realität der Hafen-Industrie-Umgebung ist dort inmitten von Kränen, LKWs und Containern noch eine alte Dorfkirche erhalten geblieben.
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Diese Realität stürzte nach dem Aussteigen aus dem Bus auch direkt auf einen ein: ein Gewirr von über-und ineinander verlaufenden Straßen voller LKW-Verkehr.
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Die Container müssen schließlich von dort auf dem Landweg weiterreisen. Ein großes Gleisfeld dient im wesentlichen nur für die Bahn-Logistik innerhalb des Hafens. Als Fußgänger kommt man sich sehr klein vor und irgendwie fehl am Platz. Immerhin gibt es noch überall Fuß- und Radwege.
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Von weitem sah man schon den Kirchturm über dieser Industriesilhouette thronen, neben einem Windkraftwerk aber mehr wie ein Playmobil-Modell wirkend. Dank des Gleisfelds mussten wir auch einen ordentlichen Umweg laufen und dem verwirrenden Straßenverlauf eine Weile folgen. Dann plötzlich zweigte ein Weg von der Straße ab in ein Fleckchen üppigen Grüns, ein kleines Brückchen führte über einen Bach und abgesehen vom hörbaren Straßenlärm fand man sich plötzlich in einer Idyllischen grünen Insel wieder. Bald war die Kirche erreicht, ein Überbleibsel des Dorfes, das hier einst existierte, von dem außer der Kirche auch gar nichts mehr übrig ist. Der Kirchgarten ringsum mit seinen schönen alten Grabsteinen und Apfelbäumen zeugte von verschwundenem, ganz anderem Leben an dieser Stelle. Ein fast surrealer Kontrast.

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Sehr idyllischer Kirchgarten


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Wieder zurück in der hiesigen Hafenrealität nahmen wir wieder einen Bus, der Rückweg führte uns über die kühn über den Hafen führende Köhlbrandbrücke ins benachbarte Wilhelmsburg. Einen flüchtigen Blick konnten wir auf die Landesgartenschau und die internationale Bauausstellung werfen, bevor uns die S-Bahn wieder nach Altona brachte. Ein sehr interessanter Ausflug in eine Ecke, wo sich sonst kein Tourist so schnell verirrt!

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