Carcassonne

Das Ziel des heutigen Tages stand fest. War ich doch vor genau 25 Jahren schon einmal hier, damals noch budgetschonend auf dem Campingplatz. Dieser mittelalterlichen Burgsituation wollte ich dieses Mal sehr viel näher kommen.
Die Tagesetappe sah auf den ersten Blick nach so 60 km aus. 15 eher flache Kilometer bis Mazamet, dann ein 800 Meter hoher Riegel – der Montagne Noir, und dann alles rollen lassen bis Carcassonne.
Aus Castres raus ging es erst einmal an einer Hauptstraße. Diese war auf Opencyclemap allerdings als Radroute vorgeschlagen, immerhin gepunktet als Hinweis auf nicht verkehrsfrei. Es handelte sich allerdings definitiv um eine Hauptstraße, teilweise dreispurig ausgebaut. Nun denn, der Verkehr hielt sich in Grenzen und bei drei Spuren haben die Automobile wenigstens ordentlich Platz zum Überholen.
So war Mazamet schnell erreicht. Auf dem Marktplatz war zum einen Markt zum anderen eine ausreichende Cafésituation. In Anbetracht der eher einsamen Berggegend nutzten wir diese Möglichkeit, auch wenn die Schicht bis dorthin noch nicht wirklich ausufernd gewesen war.
Danach ging es wieder einmal deutlich bergauf. Knapp 20 Kilometer zog sich ein recht ruhiges gleichwohl sehr lauschiges Bergsträßchen zum Col de Pradel hinauf. Die einzige Störung dieser Ruhe waren zwei Hunde, die uns Radler wild ankläfften. Der eine von beiden versuchte sogar, mit aüßerster Kraft durch den Zaun zu springen, der Hundekopf schaute schon raus, der arme Hund blieb aber trotz mehrfacher Versuche im Zaun hängen, was dann doch gut für uns war.

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Nach mehrfachem Regenhose-an-Regenhose-aus-Spiel (wir kannten es ja schon) erreichten wir schließlich um die Mittagszeit die Passhöhe. Just dann ergab sich ein nettes Lokal an einem kleinen See, mit absolut passendem und wieder gutem Bauarbeiter-Menü, und noch günstig. Auch der Radler profitiert in solchen Situationen von derartigen Angeboten 😉
Danach der enorme Downhill, wieder einmal durch eine der zahlreichen Gorges, die es in diesem Land gibt. Und siehe da, am ‚Boden‘ angekommen war plötzlich mediterraner Einfluss zu spüren – einerseits die Landschaft, andererseits herrschte plötzlich auch sowas wie ein freundlich-warmes sonniges Frühlingswetter. Die ersten Fotos mit konsequent blauem Himmel seit Langem. Und endlich ohne Überzieher radeln, ohne festzufrieren.
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Die letzten Kilometer nach Carcassonne hinein konnten wir dem Radweg entlang des Canal Du Midi folgen. Sehr schön, aber teilweise sehr bumpy, Katzenkopfpflaster und so. Aber für ein kurzes Stück verkehrsfrei in eine Stadt hinein zu radeln eine sehr gute Alternative.
In Carcassonne war der ursprüngliche Plan, in einem Hotel direkt in der Burg zu übernachten. Aber o weh, nur die ganz edlen Hotels waren hier zu finden, und deutlich dreistellig wollten wir dann doch nicht einfach ausgeben. Schließlich kamen wir sehr gut unter gerade so eben außerhalb der Burgmauern. Viel billiger als drin und mit Marmorbad. Und das Abendessen, ein wahrhaftiges Cassoulet, war auch günstig und gut, unglaublich für ein solches Touristenzentrum.

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Ein Gedanke zu „Carcassonne

  1. berbeldieschnerbel

    Guggi! Schade, dass Du den Hund nicht fotografiert hast – oder zumindest den Kopf, der auf Deiner Seite des Zauns rausgeschaut hat. Kann aber als freilaufende Joggerin auch verstehen, wenn Du Dir DIE Zeit dann doch nicht nehmen wolltest… und vielleicht auch noch ein bisschen mit dem Hund spielen.

    Antwort

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