Kanaltag

Topsham – Bridgwater 90 km

Der Tag begann mit einem hervorragenden English Breakfast in der massive-portion-Version, genannt „full route“. Ein Frühstück konzipiert für mindestens 50 km, ich schaffte sogar die letzten Bissen des „multi-seeded“-Toasts – Vollkorn! – nicht mal, so viel wurde uns serviert. 

Zum Start erst mal wieder englische Waschanlage. Auf den ersten Kilometern zahleiche Stopps, die jedes Mal neue Entscheidungen über die Anzahl der verwendeten Regenklamotten erforderten. So wird das nichts mit den 130 km, die Graham vorschwebten. Zudem war die ersten eineinhalb Stunden massives Innenstadt-Rumgeeiere angesagt. Graham fand den Weg aber ohne große Umwege und ohne GPS, was mich schon beeindruckte. Dennoch war der Schnitt aufgrund vieler Stopps zunächst jämmerlich.

Als nächstes war für einige Zeit eine Landstraße angesagt. Nicht sehr befahren, aber teilweise recht eng, wie viele der Srtaßen hier eben so sind. Und – wieder mal – zwei Autofahrer, die offensichtlich nichts verstanden haben und uns arme Radfahrer hölle knapp überholten.

In Cullompton entdeckte ich ein kommunales Zentrum mit angegliedertem Café. Was sich als sehr netter Ort herausstellte, inklusive sehr netter Unterhaltung mit der Caféchefin, die es fast bedauerte, so wenig Rad zu fahren und nicht einmal ein eigenes Fahrrad zu besitzen. 

Danach führte unser Weg eine Weile an einem sehr pittoresken und ruhigen Kanal entlang. Nach der lauten engen Realität der Landstraße fühlte man sich mal eben in eine andere Welt versetzt. Wunderschön, dieser Abschnitt. Einzig die Brückendurchfahrten waren immer sehr tricky auf engem Weg mit der Kante direkt neben einem. Wir schafften zum Glück alle ohne Bad im Kanalwasser.

  
Dann waren einige Kilometer Radroute auf winzigen ländlichen Straßen das Programm. Man radelt hier förmlich zwischen grünen Wänden hindurch, weil diese fast immer durch hohe, senkrecht aufragende Hecken begrenzt sind. Und meistens sehr schmal, nämlich exakt ein Mülllaster breit. Als uns ein solcher entgegen kam, bliebe uns nichts anderes übrig, als zurück zu fahren bis zur nächsen Ausweichstelle – zwischen die grünen Wände passt nämlich absolut bloß ein Müllfahrzeug.

  
In Taunton fanden wir wieder ein nettes Café direkt am nächsten Kanal, der uns die letzten zwanzig Kilometer begleiten sollte. Witzigerweise handelte es sich um ein umgebautes öffentliches WC-Gebäude am Rande eines Parks.

Dann ein weiterer Kanal-Radweg, sehr schön auch wieder dieser. Meistens mit immer stärker auffrischendem Wind, wieder als Rückenwnd. Der aber die letzten Kilometer beschloss, sich uns entgegen zu stellen, was ziemlich gemein war. So blieben wir doch nach insgesamt ungefähr 90 km in dem etwas traurigen Ort Bridgwater. Ansonsten hätten wir noch mehr von diesem widerlichen Gegenwind gehabt, und immerhin war es auch schon deutlich nach fünf Uhr, als wir unsere Räder in den Party-Nebenraum des Tudor-Hotels schoben.

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