Vormittagskirchenkaffee und Erdbeeren

Bridgwater – Usk 76 km

Wir starteten mit einem unglaublichen „Full Tudor“ Breakfast. Tudor hieß das Hotel und full waren wir absolut nach dem Verdrücken dieser Portion, die noch massiver als die vom Vortag war.

Die Tagesetappe begann flach. Wir durchquerten die „Somerset Levels“, ein sehr stark an Norddeutschlan erinnerndes Gebiet. Kühe, Weiden, Entwässerungskanäle. Und keinerlei Hinderungsgrund für den Wind, uns je nach Richtung immer mal wieder kalt und kräftig entgegen zu blasen.

  
Im ersten größeren Ort – Mark – war der Kaffeedurst dann wieder einmal beherrschend. Zufälligerweise findet dort immer Mittwochvormittags in der Kirche eine „Coffee Community“ statt. Reverend Tonya kam eben um die Ecke, als wir die Räder an die Kirchenwand lehnten und freute sich offensichtlich sehr, dass weitgereiste Radler anwesend sein sollten. In der beeindruckenden, großen Kirche, die auf das 12. Jahrhundert zurück datiert, hatte sich schon ein Grüppchen Einheimischer eingefunden. Kaffee und Kuchen gratis für zumeist sehr betagte wunderbar nette ältere Ladies – die Männer waren deutlich in der Unterzahl. Eine ziemlich fitte 90-jährige erklärte mir noch einiges über die Kirche, so gehört eines der Kirchenfenster wohl zu den bedeutendsten in England.  Ein wirklich sehr netter Kaffeestop!

  
Nach einigen weiteren Kilometern auf Landstraßen-Zickzack erreichten wir die Strawberry Line. Eine alte Bahnstrecke, die zum Radweg umfunktioniert wurde. Strawberry Line hieß sie deshalb, weil in dieser Region früher haufenweise Erdbeeren angebaut wurden und sie mit dieser Bahn nach London gekarrt wurden.

Der Bahnlinienweg führte uns bis Yatton, was kurz vor Bristol liegt. Da wir keine Lust hatten, uns stundelang über vielbefahrene Straßen in lnagweiligen Vorstadtgebieten weiter zu bewegen, nahmen wir von dort den Zug Richtung Cardiff, der uns auf die andere Seite des Flusses Severn bringen sollte. Quasi im selben Moment, als wir den Bahnhof erreichten, kam dieser Zug. Besser hätte man das nicht planen können.

Das Ziel dieser Zugfahrt lag schon in Wales. Was man auch sofort an dem Monsterhügel bemerken konnte, dem wir aufs Dach stiegen. Mal eben knapp 300 Höhenmeter. Der Anstieg fast durchgehend steil, unterbrochen durch zwei Stückchen, die sehr steil waren. Mit meinem ersten Rohloffgang aber durchgehend tretbar.

  
Nach noch steilerem Downhill erreichten wir unseren Zielort, ein Städtchen mit dem sehr einprägsamen Namen Usk, nach dem gleichnamigen Fluss benannt. Bemerkenswert deshalb, weil der walisische Name gleich wie der englische ist und ausnahmsweise nicht wie eine durcheinandergekommene Folge von Konsonanten aussieht.

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