Nordirland

Donegal – Derry 88 km

Oh Mist, schon wieder Regen! Glücklicherweise hörte es auf zu regnen, gerade als wir starteten. Wir folgten wieder der Radroute, weil auch hier immer noch lästig viel Verkehr auf der Hauptstraße ist. Diese wand sich zunächst mit einigen steilen und sehr steilen Anstiegen aus dem Städtchen hinaus. 

Die Route führte dann durch einen dichten Wald. Über und über grün, selbst die Baumstämme mit Moos und Efeu bewachsen. Regenwald in der nordatlantischen Variante. Dann fuhr man an einem See vorbei, dessen Oberfläche spielgelblank da lag. Sehr heimelig, dieser erste Abschnitt.

  
Nach einigen weiteren Ministraßen-Kurven und -Hügel mussten wir auf die Hauptstraße. Zwischen Donegal und Nordirland ist ein Höhenzug zu überwinden. Zwischen zwei mächtigen Bergrücken (OK, es sind zwar nur knapp 600 m, was diese Berge auf dem Buckel haben, aber immerhin vom Meer rauf) fährt man durch hochalpin anmutendes Hochmoorgelände Richtung Osten. Ein richtiggehender kleiner Pass wird hier überquert. Aber mal wieder kein Schild. Und so flach, dass man nicht wirklich wusste, wo die Passhöhe ist.

Mit der Outdoorpause, die den Vormittagskaffee ersetzte, waren wir schnell fertig. In dem sehr windstillen Fichtenwäldchen (ja, so untypische Dinge gibt es hier) waren recht schnell sehr lästige Vertreter der heimischen Insektenwelt vor Ort – Midges! Eigentlich noch zu früh im Jahr, aber offensichtlich scheinen die das nicht gewusst zu haben.

Im Tal angekommen hatten wir etwa 20 km entlang dem Fluss Foyle, der bis Derry fließt. Keine Radroute, etwas mehr Verkehr, aber sehr erträglich und ziemlich flach. Das lief ausnahmsweise mal ganz gut, trotz dass das Sträßchen ein lustiges Bodenwellen-Auf-und-Ab veranstaltete. Aber kein Vergleich mit den Anstiegen, die wir schon hatten.

In Lifford folgten wir wieder der Radroute. Und ja, das hieß auch hier wieder: erst mal den steilsten Hügel weit und breit auf der Direttissima nach oben. Ein paar spielende Kinder fanden (hoffentlich?) ermunternde Worte.

Radroute Nr. 92 blieb dann eine ganze Weile recht aussichtsreich auf dem Hügelzug parallel zum Fluss. Allerdings waen hier in der Gegend zahlreiche Schilder verdreht, überwachsen oder kaputt. Und die Sträßchen hier zum Teil mit mörderisch geflicktem und ausbröselnden Asphalt. Hatten wir schon besser. Möglicherweise ist das hier im Grenzgebiet ein wenig verlassen?

Die letzten Kilometer bis ins Zentrum von Derry waren sehr angenehm. Offensichtlich mal wieder eine alte Bahnlinie mit feinstem Asphalt versehen sorgten für eine anstiegsfreie Reststrecke. Sehr schön ruhig ging diese direkt am Foyle entlang.

  
In Derry musste wie immer die Unterkunftsfrage gelöst werden. Also ab ins Zentrum und den „Market Square“ gesucht. Die steile Straße vom Fluss hinauf wollte ich jetzt gar nicht erwähnen. Oben auf dem Innenstadthügel fand sich das Hotel Madlon, in dem wir um Unterkunft ersuchten. Doch oh je, alles voll, und zwar in allen Hotels! Ferienwochenende sowohl für die Republik-Iren aus auch für die Nordiren, Außerdem ist wohl morgen Marathon hier. Freundlicherweise telefonierte die Dame an der Rezeption die Stadt durch. Und war recht schnell erfolgreich: im Aparthotel war zum Glück noch etwas frei. Ohne Frühstück zwar, aber wenn man keine Wahl hat, ist das zweitrangig. 

Und wir hatten wirklich Glück: eigentlich wäre hier auch voll gewesen, aber offensichtlich hatte sich jemand nicht bis 18:00 gemeldet und war auch nicht gekommen. Noch viel mehr Glück hatten wir mit dieser Unterkunft, da im selben Gebäude ein richtig gutes Restaurant war. Und für das Frühstück sorgt wohl morgen früh ein Coffee Shop, ebenfalls im selben Gebäude. Und außerdem war es den ganzen Tag trocken gewesen und erst nachdem wir in unserer Unterkunft angekommen war, fing es wieder an zu regnen. Manchmal läuft’s.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s