Sturmtief

Derry – Greencastle – Derry 67 km

Pläne können sich so schnell ändern. Und manchmal muss man flexibel sein.

Der Plan war an und für sich großartig. Nordöstlich von Derry verengt sich die Mündung des Foyle und eine Fähre pendelt an dieser Stelle über den Foyle. Die westliche Route am Foyle entlang ist wesentlich angenehmer, man ist schneller aus der Stadt heraus und eine nicht zu belebte Landstraße führt nach Nordosten. Und man muss nicht aufwändig mit viel Hügeln und Zickzackrouten viel befahrene Straßen umgehen.

   

So beschlossen wir, genau diese Route zu nehmen. Die Landstraße war tatsächlich sehr ruhig und mit einem sehr kräftigen Westwind schob es uns mit bislang nicht erreichter Duchschnittsgeschwindigkeit nach Greencastle. Vor der 12-Uhr-Fähre noch schnell einen Kaffee mit Scone im Museumscafé neben an einenommen, fuhren wir um zehn vor zwölf an den Anleger. Aber oh je, alle Autos aus der Warteschlange weg und zwr nicht auf der Fähre, deren gähnende Leere uns förmlich ansprang? Und das Schild, das zuvor noch die nächste Abfahrt um zwölf Uhr angekündigt hatte, stand jetzt auf 15:00? Das Fährepersonal schilderte, wie sogar die Elf-Uhr-Fähre umkehren musste, weil Böen um die 8 Windstärken das Anlanden auf der Ostseite verhindert hatten. Die Passagiere waren alle zurück gebracht worden. Und ich fürchtete die ganze Hinfahrt, dass die Fähre vielleicht nicht führe. Ich scheine definitiv einen schlechten Einfluss auf Fähren zu haben: mir passiert das jetzt zum dritten Mal, dass mir eine nicht fahrende Fähre die Planung zerhaut. So passiert 2010 in Schottland und in Norwegen.

Mist. Es blieb uns nichts als der geordnete Rückzug. Und der Plan, morgen in Ballycastle das Boot nach Schottland zu nehmen, ist ob der noch schlimmeren Sturmprognosen für morgen völlig utopisch: für morgen sind dann Windböen mit 10 – 11 im Programm. Also beschlossen wir, nach Derry zurück zu fahren, dort zu übernachten, um dann morgen Richtung Larne den Zug zu nehmen. Neben der ungemütlichen Windsituation soll es morgen nämlich auch noch schiffen, was geht. 

  
In Larne geht eine andere Fähre, die südlicher als geplant in Schottland rauskommt. Wir wollten eigentlich über die Kintyre Peninsula noch nach Oban radeln, aber das ist jetzt gecancelt. Due to weather conditions, you know?

So genial wie der Hinweg war, so scheußlich war der Rückweg. Der Wind war natürlich noch erheblich stärker geworden und knallte uns jetzt von vorne entgegen. 30 km, Babe. Dazu schienen sich plötzlich alle Sonntagsausflügler auf genau dieser Landstraße verabredet zu haben. Der Verkehr war um ein Vielfaches stärker als Stunden zuvor und wieder einige Idioten darunter, die einen viel zu knapp überholten. Dazu kamen immer mal wieder heftige Schauer, deren kalte Tropfen sich wie Nadelstiche auf Händen und Gesicht anfühlten.

Gefühlte Stunden später hatten wir das überlebt, aber angenehm ist anders. Immerhin konnten wir ein enormes Familienzimmer im Ramada zum Discountpreis buchen. Lustigerweise genau das Hotel, in dem wir heute morgen frühstücken waren, weil im Aparthotel gab es ja kein Frühstück.

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