Reif für die Insel

Troon – Ardrossan 28 km – Brodick – Lochranza – Brodick 48 km

Letzter Abschnitt dieser Reise. Der Plan war, die letzten zwei Nächte auf der Insel Arran zu verbringen, was auch als „Schottland im Kleinformat“ beworben wird. 

Zunächst mussten wir heute einen Fährehafen weiter. 28 km durch flaches Land, ziemlich stark industialisiert und schon deutlich zum Speckgürtel von Glasgow gehörend. Freundlicherweise führte aber eine fast komplett verkehrsfreie Radroute nach Norden. Mit viel Hin und Her und rauf auf den Bahndamm und ums Drängelgitter balanciert bekam man doch wenig von der dicht besiedelten Gegend mit. Im wesentlichen fuhren wir durch Grün, ab und zu konnte man vielleicht mal eine Straße hören. Die Route erinnerte mich sehr an die „Route der industriekultur“ durchs Ruhrgebiet, die auch stundenlang durch grüne Gegend führt, was man sich auch dort kaum vorstellen kann.

In der winzigen Altstadt von Irvine fanden wir in einem ebenso winzigen Haus ein nettes Café, treffenderweise das „Old Town Café“. Unsere abgestellten Räder zogen gleich noch zwei weitere Tourenradler an, Wim und Peter aus Utrecht. Die Chefin des Cafés freute sich sehr, da Irvine ein ganz und gar nicht touristischer Ort ist und oft entsprechend wenig los. Aber sie gibt an diesem Ort alles, um ein wenig Leben entstehen zu lassen, laut ihrer Aussage zwar langsam, aber doch stetig spürbar.

In Ardrossan kamen wir fast gleichzeitig mit der eben anlegenden Fähre an. Wim und Peter waren schon dort, sie hatten etwas mehr Gas gegeben. Gebracht hat es ihnen offensichtlich nicht viel 😉 Wir verbrachten die Überfahrt zusammen und erzählten uns gegenseitig von vielen vergangenen Radtourenerlebnissen.

Auf der Insel angekommen suchten wir zuerst unsere selbstverständlich auf einem deutlichen Hügel gelegene wenn auch sehr schöne im Voraus gebuchte Unterkunft auf. Ohne Gepäck beschlossen wir, nordwärts zu fahren, bis die Insel zu Ende ist. 

Dazu fährt man zunächst 10 km flach direkt am Meer entlang. Sehr schön, vor allem auch wegen der sehr wenigen und zusätzlich vorsichtigen Autofahrer. So eine Insel hat ja nun wenig bis gar keinen Durchgangsverkehr, was man wohltuend merkt.

  

  
Die nächsten 10 km muss man sich auf 200 m Meereshöhe hinaufkurbeln. Im Handumdrehen wähnt man sich im schottischen Hochland. Spektakulär, die weiten, mächtigen Hügel mit dem Meer im Hintergrund. Dann fällt man wieder auf Meeresniveau hinunter und ist im Ort Lochranza. 

  
Zurück dann umgekehrt. Nur, dass uns wegen des doch spürbaren Westwinds der Hügel nur halb so hoch vorkam wie beim Hinweg und der Downhill wegen des taufrischen Asphalts sensationell abging. Ein wunderschön sonniger Tag, übrigens. Haben wir uns verdient, wie ich meine.

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