Schwarzwald und Rennrad – Tag 1 von 4

Urlaubstage waren noch übrig gewesen und ein neues Rennrad erweitert seit kurzem meine Sammlung essentieller zweirädriger Fortbewegungsmittel. Nach kurzer Recherche im Internet fand sich mit bike4passion ein Anbieter, der versprach, eine überschaubare Gruppe Gleichgesinnter in vier Tagen über Schwarzwaldhöhen und Kaiserstuhlhügel zu führen. Level drei, das sollte einer täglichen Maximalauslegung von knapp 2000 Höhenmeter mit maximal ungefähr 100 Kilometern enstprechen. Mit meinem neuen roten BMC-Flitzer, was scheinbar von alleine Steigungen hinauffliegt, sollte das kein Problem sein.

Das Basecamp war in Bad Krozingen. Nicht wirklich der aufregendste Ort im Südbadischen, aber sehr günstig mit einem Bahnhof versehen, von dem aus das Hotel in wenigen Minuten zu erreichen war. Am Ankunftstag war das ein Segen, da ich zwar noch bei schönstem föhnig angewärmten Sonnenschein starten konnte, aber mit jedem Kilometer weiter westlich der Bedeckungsgrad mit regenschwangerer Bewölkung zunahm. Bei Ankunft war deutlichster Dauerregen gegeben.

Mein Entschluss stand fest. Bei diesem Wetter würde ich nicht schutzblechlos ohne Sinn und Verstand durch die Gegend fahren. Das tat ich bei der ersten vereinbarten Zusammenkunft am Hotelparkplatz kund. Da ich dann aber doch fast sofort in mein Zimmer konnten und mir schon der eine oder andere radsportmäßig gekleidete Mensch begegnete, zog ich mich doch auch mal radsportmäßig um. Gruppendynamik. Und begab mich zur Vorbesprechung der ersten Tour.

Aufgrund des Wetters wurde diese um 30 km und die markante Bergwertung, die am ersten Tag geplant gewesen wäre, reduziert. Es schüttete immer noch. Ich wiederholte meinen Entschluss, bei diesem Wetter nicht fahren zu wollen. Als dann der Rest der insgesamt sieben Radler zählenden Mannschaft auf ihre Carbonfeilen stieg, entschied ich doch noch mal spontan um. Die einzige Memme wollte ich dann ja doch nicht sein.

50 km standen also auf dem Programm, im wesentlichen Flachetappe. Das Landschaftserlebnis hielt sich in stark umrissenen Grenzen. Nicht nur sah man aufgrund der tief hängenden Bewölkung sehr wenig von der Gegend. Durch das Spritzwasser vom Vordermann, was neben der Schüttung von oben für einen zusätzlichen Duscheffekt und zwar direkt von vorne ins Gesicht sorgt, war durch die verspritzte Brille auch fast nichts von der wenig zu sehenden Gegend wahrzunehmen. Wir wurden immer mal wieder darauf hingewiesen, dass jetzt rechts die Vogesen zu sehen seien und links der Schwarzwald mit der ausgelassenen Bergwertung.

Die Gruppe beschloss, dass kein Pausenstopp eingelegt werden sollte und legte das Ziel der Tour auf die warme Dusche im Hotelzimmer. Weil irgendwann völlig egal war, wie viel oder wenig Regenkleidung man an sich hatte – man war nach spätestens einer halben Stunde auch inwendig nass.

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Am Ziel, wenige Meter von der heißen Dusche entfernt

Welche wir dann auch am frühen Nachmittag erreichten, für einige gerade zum richtigen Zeitpunkt, bevor sich erste Erfrierungserscheinungen manifestieren konnten. Selten kann man eine warme Dusche so genießen. Beeindruckend auch die feine Sandschicht, mit der der Sportler plus Geräte überzogen waren inklusive einem leichten Knirschen zwischen den Zähnen. Nicht schön, aber mal wieder Heldenpunkte gesammelt.

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