Zurück nach Spanien

Collioure – Figueres 67 km

Der Tag begann mit deutlichen Hügeln – genauer gesagt, den östlichen Ausläufern der Pyrenäen, die hier final als eindrucksvolle Klippen ins Mittelmeer hinabstürzen. Eine wunderschöne Küstenstraße führte uns hinauf in die Klippen und immer wieder hinunter in die Küstenorte. Mal auf der Bundesstraße mit meistens einigermaßen annehmbarem Verkehr, mal wunderschön ruhig auf ausgedienter Straße mit kräftigen Steigungen und zum Teil gefühlt metertiefen Schlaglöchern, die jedoch gut umschifft werden konnten.

Nicht sehr steil, aber sehr schön.

Nicht sehr steil, aber sehr schön.

An einer der ersten Steigungen war ich übermütig und nahm es mit zwei uns überholenden Rennradlern auf. Als Resultat warteten John (Engländer) und Guy (Franzose) nach der Abfahrt auf uns im nächsten Küstenort und luden uns zum Kaffee ein. Eine sehr nette Begegnung internationaler Radlerformationen.

Wir passierten die Grenzorte Cerbère und Portbou. Diese Orte sind inzwischen sehr verlassen, riesige Gleisfelder zeugen von einst reger Eisenbahnvergangenheit. Heute braucht man diese Infrastruktur offensichtlich nicht mehr – die reisenden Menschen sind im Flugzeug und die zu transportierenden Güter im LKW. Die Orte machten einen entsprechend tristen Eindruck.

Immerhin über 200 Meter!

Immerhin über 200 Meter!

Nach diversen Minipässen zum Teil mit Schild wählten wir einen Ort namens Colera für die Mittagspause. Wir fanden dort eine sehr mediterrane Piazza mit einer Bar, in der man Bocadillos bekam. Genau richtig für den Radler-Mittagshunger. Man musste zwar ein wenig Geduld aufbringen, denn so schnell die Lady dieses Etablissements Spanisch sprach, so langsam wurden die Bestelleungen abgearbeitet. Deutsche Eile und Effizienz ist hier nicht, aber es tut gut, sie etwas hinter sich zu lassen.

Noch ein Hügel wartete auf uns. Immer noch auf der Bundesstraße, die hier auf der spanischen Seite zum Teil extrem wenig befahren war und jetzt ein wenig mehr Verkehr aufwies. Immer jedoch mit ordentlich breitem Seitenstreifen und in den allermeisten Fällen wurden wir mit extrem viel Sicherheitsabstand überholt. Ein Busfahrer wartete einmal so geduldig, bis er Platz zum Überholen hatte, dass sich eine eindrucksvolle Schlange an Autofahrern dahinter angesammelt hatte.

Der ursprüngliche Plan des Tages wäre Girona gewesen, was aber fast 100 km bedeutet hätte. Da uns das Küstengehügel doch ziemlich aufgehalten hatte (insgesamt über 1000 hm kamen dort zusammen), entschieden wir, die Etappe kürzer zu machen und Figueres als Übernachtungsort anzusteuern.

Was sich als eine sehr gute Entscheidung herausstellte. Wir fanden ohne Anstrengung ein günstiges wenngleich sehr schönes Hotel an den Ramblas (gegenüber denen in Barcelona eher putzig klein),  hatten einen ausgiebigen Spaziergang durch die sehenswerte Altstadt, konnten das Dali-Museum zumindest von außen bewundern und hatten ein schönes Restaurant an einem gemütlichen Platz, wo wir für einen sehr guten Preis genug zu essen und trinken bekamen. Nicht zu vergessen das Honig-Walnuss-Crèpe, was es an der Ecke am Dali-Museum zum Nachtisch gab.

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