Contrastos

Figueres – Girona – Olot 98 km

Die Dame von komoot, die immer den Weg weiß, führte uns sicher durch verschlungenste Gässchen aus Figueres hinaus. Die Sonne strahlte von einem fast makellos blauen Himmel. Ein guter Start in einen Radtourentag.

Nach einigen Kilometern ruhiger Nebenstraßen musste ich erkennen, dass die komoot-Routenplanung einige Kilometer auf der N11 vorgesehen hatte. Am Kreisverkehr, an dem die Auffahrt zu diesem Streckenstück passierte, wollte ich diese Tatsache zunächst nicht glauben und hielt auf dem Seitenstreifen, um meine Karte zu checken. Kaum eine halbe Minute verging, da stand schon ein Lieferwagen der Straßenmeisterei hinter uns. Ein freundlicher Herr stieg aus und erklärte uns, dass die Route für die Radfahrer sehr wohl auf der Nationalstraße entlang führte, dass wir aber auf jeden Fall vermeiden sollten, auf die parallel verlaufende Autobahn zu geraten. OK, etwa 20 km waren derart zu absolvieren. Es stellte sich aber als gut erträglich heraus: fast immer war ein mindestens 2m breiter Seitenstreifen vorhanden. Der Verkehr war nicht unerträglich dicht. Und trotz des extra breiten Seitenstreifens wurden wir in den allermeisten Fällen mit extra viel Platz überholt. Die einzigen beiden Überholmanöver, die mir unangenehm eng auffielen, wurden von Fahrzeugen mit deutschem Kennzeichen ausgeführt…

Der Beginn des Bahntrassenradwegs in Girona


Trotzdem waren wir beide froh, als wir gegen die Mittagszeit Girona erreichten. Von hier aus war der Rest der Route auf einem Bahntrassenradweg geplant. Nicht asphaltiert, aber meistens ein gut fahrbarer Schotterweg. Fast völlig verkehrsfrei klettert die alte Bahntrasse mit einer stets merklichen, aber nie im entferntesten steilen Steiung bis auf eine Höhe von fast 600 m auf den Coll d’en Bas, um dann wieder nach Olot ins Vall de Bas hinunter zu führen. Zum Teil eindrucksvoll tief in den Fels wurde einst die Trasse geschlagen, um zeitweise fuhr man durch einen wahrhaft grünen Tunnel aus üppigem Bewuchs. Diese Routen heißen in Spanien auch „vias verdes“, der Name ist Programm.


Richtig heiß war es um die Mittagszeit. Wir besorgten uns Baguette, Schinken und Käse und fanden ein schönes schattiges Plätzchen an einem kleinen Fluss. Im weiteren Verlauf türmten sich aber besorgniserregend schnell größer werdende riesige schwarze Wolken um uns herum. Kurz vor der Passhöhe erwischte es uns, aber richtig mit Platzregen vom Feinsten. Der grüne Weg wurde zum matschebraunen und wir führen durch meterlange Pfützen, die uns bis zu den Naben eintauchen ließen. Bald war man innen und außen nass, bei einem solch starken Regen ist das Regenzeug eher Seelenberuhigung.

Und – was soll ich sagen – ich hatte darauf verzichtet, meine Steckschutzbleche mitzunehmen. Der Anteil Bahntrasse, der sowohl den Rücken meiner Jacke als auch die Taschen rundum panierten, war nennenswert. In Olot fand sich aber sehr schnell ein adäquates Hotel, wo ich Graham vorschickte, der nicht ganz so verboten wie ich aussah. Fahrer und Equipment konnten zum Glück mit Badewanne effizient dekontaminiert werden. Und mit einiger Mühe schafften wir es sogar, dass das Badezimmer hinterher nicht wie eine Sandgrube aussah.

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3 Gedanken zu „Contrastos

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