Gebirgig

Olot – Ripoll – Guardiola de Bergueda 79 km

Der Regen hatte in der Nacht zwar noch ein Revival, hatte sich aber offensichtlich zum Rückzug entschieden. Nur ein paar zäh und trotzig zurückbleibende Wolken zeugten von der gestrigen final sehr nassen Etappe.

Am Morgen war deswegen zunächst Schadensbegrenzung am Gerät angesagt. Dreck runter (der gefühlt in Häufchen in der Tiefgarage nach der Säuberungsaktion herumlag) und frisches Öl auf die Kette. Danach schnurrten die Maschinen wieder als wäre nichts gewesen. So schnurrten wir los, um zunächst wieder auf der Hauptstraße zu landen. An dem merklich geringerem Verkehr war jedoch deutlich zu merken, dass man mehr und mehr ins Landesinnere geriet. Nach heute wenigen Kilometern Hauptstraße war der erste Abzweig auf ein sehr ruhiges Nebensträßchen. Dieses führte wirklich sehr ruhig (während der Auffahrt 1 entgegenkommendes Auto und ein Rennradler) auf einen ersten kleinen Pass. Auch hier wieder sehr schön flach ohne im entferntesten gemein steile Rampen. Dafür zum Teil eindrucksvoll in den Fels geschlagene Durchgänge, die manchmal wie kleine Schluchten anmuteten.

Coll de Capsacosta


Der Downhill begann genau so flach wie der Aufstieg. Ich checkte sogar zu Beginn die Bremsen, es wirkte, als ob diese so schlecht eingestellt wären, dass nichts rollt. Aber es war obenraus wirklich flach, erst wenig später rollte man von selbst ins Tal.

In St. Joan les Abaddesses merkte man an der Speisekarte, dass man inzwischen doch mitten in Katalonien war. Diese war nämlich quasi nur auf Catalan mit ein bisschen spanischer Übersetzung dabei. Ich schaffte es trotzdem, für uns beide individuell Mittagssandwiches zu bestellen, die sehr schmackhaft waren und obendrein kaum die Urlaubskasse belasteten.

Danach wartete noch einmal ein Stückchen Bahntrassenradweg auf uns, dieses Mal sehr schön asphaltiert. Das hätten wir mal gestern haben sollen. Durch das schön gleichmäßige Gefälle war man schnell in Ripoll, von wo aus die zweite Gebirgsrippe des heutigen Tages überquert werden sollte. 

Auch das wieder ein sehr ruhiges und sehr schönes Nebensträßchen. Thymian und Rosmarin zwischen  den Felsen rechts und links der Straße. Und in der Ferne würde man immer größeren Bergen gewahr- die Pyrenäen werden langsam zu einem Gebirge, wie man sich indes vorstellt.

Pyrenäenschafe in friedlicher Koexistenz mit -ziegen


Nach der dieses Mal etwas über 1000 m hoch gelegenen Passhöhe wurde die Sache schöner und schöner. Die Sonne kam mehr und mehr raus und in der Ferne türmten sich spektakuläre Berge mit fast 2500 m Höhe auf. Grüne Gebirgswiesen, neugierig dreinschauende Rindviecher und immer mehr beeindruckende Felsen um einen herum. Zur Komplettierung der fast surreal anmutenden Wohlfühlszenerie kam ein komplett entspannt wirkender Schäfer nebst vier Hunden, Herde und bemerkenswert langem Bart hinzu. Kurz vor dem Feierabend ein euphorisierender Downhill in solch beeindruckender Gegend. So ein schöner Radtourentag.

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