Ein „leichter“ Tag

La Seu d’Urgell – Ponts 88 km

Das Schöne an Gebirgslandschaften ist ja, dass viele eindrucksvolle Berge herumstehen. Das weniger praktische ist dann allerdings, dass wenig Platz für Straßen ist. Das bedeutet für den Radler, dass er hin und wieder das Terrain mit motorisierten Verkehrsteilnehmern teilen muss, bzw. umgekehrt.

Und so enthielt unser heutiger Tag zumindest vormittags einen bedeutenden Anteil an Hauptstraße. Zunächst waren ein paar Kilometer sehr schön ruhig am Fluss Segre zurückzulegen, aber in dem Moment, wo das Segre-Tal richtig eng wurde, war nur noch Platz für die schicke recht neu ausgebaute Hauptstraße. Der meiste Verkehr kam uns allerdings entgegen. Am heutigen Samstag waren offensichtlich haufenweise Leute nach Andorra zum Shoppen unterwegs.

Dafür hatten wir einige Kilometer spektakulärstes Canyon-Feeling mit hohen überhängenden Felswänden. Und zum guten Glück war stellenweise die alte Straße zwar offiziell gesperrt, aber noch bestens erhalten und man konnte die zahlreich vorhandenen schicken neuen Tunnel alle umfahren. Der Radler fährt ja schließlich nicht in fremde Länder, um in Röhren zu landen.

Während die Autos in der Röhre waren, konnten wir diese schöne Straße ganz für uns allein beanspruchen


Der Vormittag rollte sich so dahin. Am Nachmittag sah der Plan einen Nebenstraße vor, die um die fjordartig ausgestreckten Arme eines Stausees umher mäanderte. Sah auf der Karte ebenfalls ganz leicht und flach aus. Was allerdings nicht zu sehen war, waren die fast senkrecht vom Stausee aufragenden Wände. Diese bedeutete für das mäandernde Sträßchen, dass gefühlt genauso auf und ab dabei war. Zum Teil rücksichtslos steil musste Rippe für Rippe erklommen werden. Selbstredend stürzte das Sträßchen immer wieder bis fast auf das Stausee-Niveau hinunter, um wieder ordentlich Potential für steile Stiche hinauf zu sammeln. Allerdings trotz der Anstrengung sehr zu empfehlen, der Verkehr war wieder quasi nicht vorhanden, die Szenerie nach jeder Kurve neu lohnenswert. Die Geräuschkulisse bestand zum großen Teil aus vielstimmigem Vogelgesang.

Ruhige Straße in ländlicher Gegend


Darüber hinaus hatten wir es mit einem wunderschön sonnigen Tag zu tun. Was natürlich bei Bergaufkurbeln schon fast  zu viel Hochsommerlichkeit war. Der Schweiß floss in Strömen. 

Nachdem wir das dritte Mal nebst den kleinen fiesen Hügelchen ordentlich nach oben geschickt wurden, erreichten wir so etwas wie eine Kammstraße. Sehr schön die Aussicht auf die inzwischen ziemlich hinter uns liegenden hohen Berge und die lieblichen Hügel rundrum. Aber zum Schluss für über 10 km ein Downhill auf bester Straße mit moderatem Gefälle, der für all den Schweiß und die Anstrengung belohnte. Alles in allem war trotz fast Flachland wieder fast 1000 m an Aufstieg zusammen gekommen. 

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