Lokalrunde

77 km rund um Ponts

Hin und wieder muss der Reisende an einem Ort verweilen. Die Seele hat so die Chance, einen eventuellen Rückstand aufzuholen. Im Gegensatz hierzu kann das Gepäck mal bleiben, wo es ist.

Obwohl der Ort, an dem wir gestern ankamen, keinerlei touristische Bedeutung hat außer ein paar romanischer bzw. mittelalterlicher Gemäuer, beschlossen wir, im Hotel für eine weitere Nacht zu reservieren und den Tag über mit leichtem Gerät in der näheren Umgebung zu verbringen. Wobei bei mir der Unterschied vom beladenen zum unbeladenen Gerät recht marginal ist, wohingegen Graham’s eher polar geprägte Kleidungsausstattung doch erheblich mehr gerade bei den Bergaufkurbeleien ins Gewicht fällt.

Der ursprüngliche Plan sah ein unansphaltiertes Sträßchen in westlicher Richtung parallel zum Fluss vor, um dann ins nächste Tal vorzudringen. Wir hatten auch eine schöne Strecke auf einem holprigen, aber ruhigen und sehr schönen Weg. Nur stellte sich heraus, dass für das Fortkommen eine parallele Route erforderlich gewesen wäre. Diejenige, auf die wir uns befanden, endete wirkungsvoll an einem Privatgrundstück ohne irgendeine Möglichkeit, zur eigentlich geplanten Route zu verlinken. Gut, dann mussten wir eben zurück. Allerdings komplett – die erste Kaffeepause fand in unserem Übernachtungsort statt. Nicht schlecht, da kennt man sich inzwischen wenigstens aus.

Danach plante ich eine Runde, die in die südlich von Ponts liegende Hügellandschaft hineinführte. Vom Charakter wieder ein sehr heftiger Kontrast, da wir ein gutes Stück auf der jedoch nicht sehr stark befahrenen breiten Landstraße verbrachten. In einem Dorf am Rande der Straße hielten wir auf dem Dorfplatz, um uns ein wenig zu stärken und unser Dasein zu genießen. Wir kamen mit einer Passantin ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass sie Amerikanerin war, mit ihrem englischen Gatten seit vielen Jahren ein Künstlerdasein in diesem winzigen Ort verbrachte und sich um verlassene Hunde kümmerte. Viele Spanier haben offensichtlich ein komplett anderes Verhältnis zu Hunden. Letztere werden wohl oft von Jägern angeschossen, weil sie das restliche zu jagende Getier wie auch immer stören. Auch das sind Europas Seiten.

Guissona


Zwei etwas größere Orte mit schönen alten Ortskernen lagen auf unserer Nachmittagsstrecke. Jeweils eine Kaffeepause gönnten wir uns dort. In Torà praktischerweise genau zu der Zeit, in der der nachmittägliche Gewitterschauer stattfand und wir exakt dann weiterführen, als er zu Ende war. So könnte es doch immer passen, oder? Nun ja, die nächsten Tage ist im wesentlichen wieder Sommerwetter angesagt.

Die letzten da. 20 km waren dann eher so kilometerfressend auf etwas langweiliger Geradeaus-Landstraße. Dazu mit Gegenwind. Punkt 18:00 waren wir wieder „zuhause“ und konnten uns der Auffrischung der leergekauften Energiespeicher widmen, was in Ponts mit zwei netten Restaurants am Platz sehr gut gelingt.

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