Große und kleine Straßen

Tamarite de Litera – Aínsa 87 km

Nach der sehr erfreulichen Nacht im wunderschön restaurierten Hostal Casa Galindo waren wir wie üblich gegen neun Uhr back on the road again. Die ewig lang schnurgeraden Landstraßen des Vortages sollten heute passé sein. Der Plan sah vor, wieder in Richtung Berge, die den Namen verdienen, vorzudringen.

Nach ein wenig angenehmem rauf und runter mahnte mich die Komoot-Dame direkt neben einer Schweinezucht, ich möge doch rechts und gleich wieder links fahren. Das war allerdings Piste. Aber so stellte sich die Planung heraus. Nun gut, wir sind ja keine Pussies.

Nahezu 10 km ging es gefühlt völlig weg von dieser Zivilisation auf einer hellbeigen Sandpiste weiter. Zum Teil recht problemlos fahrbar, zum Teil aber wie ein Trail. Dafür inmitten der Natur und besonders inmitten von Millionen von Mohnblumen. Überhaupt, was die Spanier hier an Mohnblumen aufbieten, davon kann sich die Provence echt ein Stück abschneiden. 

Piste inmitten von Mohnblumen


Irgendwann bot uns die Route wieder ein schönes asphaltiertes Nebensträßchen. Zur ersten Kaffeepausenzeit erreichten wir ein passendes Dorf, das von der Größe ein Café versprach. Allerdings – wie die meisten Dörfer hier – trutzig auf einem deutlichen Hügel gelegen. Der Kaffee wollte also erarbeitet werden. Oben angekommen fanden wir aber ein solch schönes Mittelalterambiente mit Kirche und bewohntem Storchennest auf dem Kirchturm vor, dass sich diese Schweißtropfen wirklich gelohnt hatten.

Der Rest des Tages fand auf einer laut Karte wichtigeren Verbindungsstraße statt. Ich hatte schon große Bedenken, dass der Verkehr sehr lästig sein könnte. Aber trotz zum Teil heftigst ausgebauter Landstraße in entsprechender Breite kaum etwas los. Munter rauf und runter ging es an einem tiefgrünen Stausee entlang. Am Ende erreichten wir Aínsa. Auch hier machten wir uns die Mühe, den steilen Hügel zum alten Zentrum hinaufzuklettern und wurden mit einem wunderbar geschlossenen mittelalterlichem Ambiente und einem sehr hübschen Hotel mit gigantischer Aussicht auf die schneebedeckten Berge im Norden belohnt.

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2 Gedanken zu „Große und kleine Straßen

  1. nebenzimmernotizen

    Liebe Dagmar,
    du hast es geschafft: ich werde endlich Follower – was ich aus Dösbaddelei bislang versäumt habe. Da lauert man tagelang auf eine Mail über neue Blogbeiträge (die anfangs auch brav kam!), nur um dann festzustellen, dass die ja schon lange auf deiner Seite stehen. Und ich muss die dann alle meiner Trauten am Stück laut vorlesen. Am Rande noch was: Seit deiner Abwesenheit ist die heimische Aperol-Kurve stark abgeflacht. Dir ist klar, was das heißt: heim jetzt, aber schnell!

    Antwort
    1. dagmarb Autor

      Ich gebe alles, um im Plan zu bleiben. Bisher keine Gefahr. Aperol ist hier im Übrigen kein Thema. Dafür ist der Rotwein billig wie Sprudel und wir des Öfteren ein wenig tüdelü abends.

      Antwort

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