Einsam

Aínsa – Sabinanigo 82 km

Ein Berg. Rauf und laaaang wieder runter. Auf absoluter Nebenstraße. So der heutige Plan.

Die heutige Route begann in der gleichen Richtung, wie die gestrige geendet war. Wir wollten allerdings nicht wie am Vorabend die Hauptstraße nutzen, sondern hatten uns von komoot eine Route auf der anderen Seite des Flusses für die ersten 10 km berechnen lassen. Oh je, zum ersten Mal schlug das allerdings fehl – die Feldwege waren wirklich nicht mehr fahrbar, die die Dame von komoot berechnet hatte. Das hieß, zweimal ein paar Kilometer zurück und im einen Fall einen deutlichen Hügel mehr hinauf. Und schlussendlich landeten wir für das letzte Stück vor dem Abzweig in die Einsamkeit doch wieder auf der Hauptstraße.

Dann aber zweigte die Nebenstraße nach Süden aus dem Tal heraus ab. Und ging gleich ganz schön zur Sache, also von wegen aus dem Tal heraus. Die Einsamkeit wollte erarbeitet werden. 

Am ersten gefühlten Gipfel  – also als die bisherige Dauersteilheit deutlich nachließ – fand sich ein pittoreskes Steinhäuserdorf wie immer auf einem noch höheren Hügel. Doch außer einem Hund, der uns enthusiastisch begrüßte (endlich was los hier) gab es nicht mal jemand, der uns einen Zigarillo anbot. Dafür ein lauschiges Plätzchen mit gemauertem Steinbänkchen um einen Brunnen.

Kein Dorfplatz, aber immerhin ein Steinbänkchen


Nach ein wenig weiterem auf und ab erreichten wir die Passhöhe des Puerto der Sarrablo, mit ordentlichem Schild. Ohne das so ein Hügel ja nur der halbe Spaß ist. Die ganze Fahrt hinauf waren uns vielleicht fünf Fahrzeuge begegnet. 

Nun folgte eine sehr aussichtsreiche Strecke auf dem Kamm. Berge zur Linken und zur Rechten, sehr schön. Und bevor wir am Fluss Guarga wieder ins Tal hinabrollten, fanden wir tatsächlich ein Dorf mit Kaffeemaschine und Toaster und jemandem, der uns für ein paar Euro diese Geräte in Funktion setzte.

Kammstraße vor dem Puerto del Sarrablo


Am Fluss Guarga rollten wir ca. 30 km aufs angenehmste immer leicht bergab durch eine wenn auch weniger spektakuläre Schlucht. Immer noch ohne jeglichen Verkehr, auch Ansiedlungen sind sehr rar in dieser Gegend. Als erstes Zeichen der Zivilisation nahmen die Recycling-Container am Straßenrand zu. Und kurz nachdem wir unter einer gerade im Bau  befindlichen Autobahnbrücke mit knallgrünen Pfeilern (die wohl schon fertig waren) hergewollt waren, erreichten wir unser finales Tal. Hier waren wieder ein paar Kilometer Nationalstraße geboten, dieses Mal mit heftigem Lastwagenanteil. Erst kurz vor unserem Zeilort schwappte der ganze Verkehr auf eine brandneue Autobahn, die wir hochkonzentriert nicht anführen, sondern auf der ab dann sehr ruhigen Hauptstraße blieben und kurz darauf unseren Zielort Sabinanigo erreichten.

Im Guarga-Tal


Der übrigens unglaublich unpittoresk ist. Es ist wohl ein Ort, in dem sich im Winter viel Skitouristen sammeln, und der deswegen haufenweise zweckmäßige Hotels und Appartementbauten enthält. Einen alten Ortskern fanden wir hier gar nicht. Dafür ein sehr schickes Hotel und ein weniger schickes Restaurant, in dem wir allerdings für extrem wenig Geld sehr gut aßen.

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