Fürchterlich feuchtes Finale

Elizondo – Hendaye 61 km

Ein allerletzter Pass, der diesen Namen auch nur annäherungsweise verdiente, war auf dem Weg zum Atlantik zu überwinden. Der Puerto de Otxondo wird trotz seiner nicht wirklich aufregenden Höhe von ca . 600 m sogar auf quaeldich.de erwähnt. Für unsere geübten Beinmuskeln aber kaum der Rede wert. Ohne Probleme kurbelten wir an diesem Vormittag hinauf. Auffällig viele Pferde gab es in diesem Tal, und auffällig viele von diesen lagen faul auf ihrer Weide herum.

Es folgte ein sehr erbaulicher Downhill. Nie besonders steil und meistens auf guter Straße. Am Ende lag die Grenze zu Frankreich. Was man kurz davor heftigst bemerkte, da plötzlich riesige Shopping-Center rechts und links der Straße auftauchten. Offensichtlich haben die Spanier eine weitaus geringere Mehrwertsteuer als die Franzosen, weswegen diese lieber literweise Bezin in ihren Autos verbrauchen, um hier her zu fahren.

Die meisten dieser Einkaufszentren waren eher von der modernen Outlet-Center-Sorte, aber auch offensichtlich seit langem eingeführte Läden waren darunter, in denen man vom Garten-Wildschwein bis zum 100-l-Kochtopf alles haben könnte, was man sich vorstellen kann. Im selben Etablissement war auch eine Bar. Wir hatten dort den ersten Kaffee des Tages und ein letztes spanisches Schinkenbocadillo.

Hier bekommt man mit Sicherheit alles, was man irgendwie brauchen kann.


Nun waren wir also wieder in Frankreich. Was man sofort merkte: die Straße war schmal, der Verkehr stärker, die Autos überholten oft viel zu knapp. In Sare kehrten wir noch einmal ein, es hatte gerade zu regnen begonne, und man hofft ja immer, dass der Schauer bald vorbei ist. Sare ist ein sehr hübsches Dorf und wir fanden ein sehr hübsches Café, in dem Bio gekocht wurde. Es gab Süßkartoffelsuppe, sehr schmackhaft. Und fünf verschiedene Sorten Kaffee, die in drei Milchvariationen und zwei Größen zu bekommen waren, was eine unglaubliche Anzahl von 30 verschiedenen Kaffeevarianten ergibt. Nur, dass der Kaffee an sich etwas schwächlich auf der Brust war, ist sicher dem „Bio“ in diesem Café geschuldet.

Ein weiter wirklich winziger Pass war noch zu überqueren, gerade mal etwas mehr als 100 Höhenmeter waren zu überwinden. Beeindrucken aber die Schilder für die Radfahrer, die für jeden Kilometer die jeweilige Steigung angaben. Das unangenehmste er jedoch der deutliche Regen, der genau auf der Passhöhe einsetzte und der uns bis zum Schluss begleiten sollte.

Im strömenden Regen erreichten wir St-Jean-de-Luz. Von hier aus waren weitere 10 km an der Küste zurückzulegen, der sogenannten Corniche. Eigentlich ein sehr schöner Abschnitt mit eindrucksvollen Klippen. Aber es schiffte wie blöd, ein kräftiger Wind kam von vorne, es ging immer wieder unangenehm die Klippe rauf und es war richtig ätzend viel Verkehr, in dem wir viel zu oft sehr knapp überholt wurden. Nicht wirklich das Highlight meiner Radtourengeschichte.

Nachdem wir noch gefühlt stundenlang in Hendaye lästig bergauf und bergab gegurkt waren, fanden wir endlich den Bahnhof und das Hotel de la Gare, was ich wegen der praktischen Nähe zum Bahnhof ausgesucht hatte. Jetzt hoffen wir bloß, dass unsere Heimfahrt nicht zu sehr durch den just am Mittwoch beginnenden Streik in Mitleidenschaft gezogen wird. 

Atlantik. Angekommen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s