Kanalidyll

26.5.2017

Das Herausfinden aus Reading erwies sich als etwas kompliziert. Man ist zwar schon ein ganzes Stück aus London raus, man merkt allerdings, dass hier immer noch sehr viele Menschen leben und für diese entsprechend viel verwirrende große Straßenbauwerke gebaut wurden. Nun gut, irgendwann waren wir wieder zurück auf unserer Radroute Nr. 4, die hier in Reading auf beiden Seiten des Kennet and Avon Kanals entlang läuft. Wir hatten wohl den schlechteren erwischt- als Reading hinter uns lag, hatten wir ein Drängelgitter (haben die Briten leider immer noch oft) der übelsten Sorte: wir mussten die Räder entladen und Gepäck und Räder drüber heben. Auf der anderen Seite waren mehr Radler unterwegs. Die wussten wohl, warum.

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Aber dann lief unsere Route sehr lauschig und völlig verkehrsfrei auf dem alten Treidelpfad am Kanal entlang. Wir tauchten in eine üppig grüne Welt ein, ab und zu konnte man Wasservögel beobachten. Immer wieder kamen wir an den oft fantasievoll bunt bemalten typischen schmalen Kanalboote und an den kleinen gemütlichen von Hand zu bedienenden Schleusen vorbei. Sehr schön. Dazu war das Wetter umwerfend, die Sonne strahlte von einem megablauen Himmel. Es wurde sogar so warm, dass wir uns eher in Südfrankreich als in England wähnten.

An einer alten Werft, die heute ein Museum über den Kanal ist – die Aldermaston Wharf – gab es den ersten Boxenstopp. Das Visitor Centre, ebenfalls in einem putzigen weiß gestrichenen uralten Häuschen untergebracht, hatte Sitzgelegenheiten in einem wunderbaren Garten und Kaffee und Eis gab es obendrein. Der perfekte Radlerstopp in idyllischem Ambiente. Und die erste Ansiedlung, denen man die Nähe zu London nicht mehr anmerkte.

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In Newbury legten wir die Mittagspause ein. Hier war eine ganze Reihe netter Kneipen und Restaurants mit Terrasse zum Kanal hin, wo man wieder sehr schön verweilen konnte. Das ganze Städtchen war sehr lovely, was wir auf einem kleinen Rundgang feststellten.

Am Nachmittag führte die Route weg vom Kanal und auf sehr ruhigen schmalen heckengesäumten Straßen entlang. Immer noch ziemlich ruhig und doch eine Abwechslung. So kam man mal direkt durch Dörfer hindurch. Zum Beispiel durch Bedwyn: so wie man sich Südengland vorstellt mit alten Steinhüsern, zum Teil restgedeckt und wunderhübschen Gärten. Ein multifunktionaler Laden war obendrein noch vorhanden: Bäckerei, Post, Lebensmittelprovider, Gartencenter in einem. Eine unglaublich freundliche Lady mit fröhlich schwingenden Föhnlocken erklärte uns in aller Ausführlichkeit, wo wir zum nächsten Bahnhof kämen, um das letzte Stück per Bahn zu unserem Zielort Bradford-on-Avon zu fahren. Wir hatten das eingeplant, weil wir am Folgetag für Bath und Bristol ein wenig mehr Zeit haben wollten.

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So endete die Radetappe in Pewsey und problemlos erreichten wir Bradford-on-Avon, wo uns das gebuchte Hotel direkt am Fluss im Altstadtkern erwartete. Noch schöner als das vom Vortag!

Unterkunft: The Swan, Bradford-on-Avon

 

 

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