Leere Landstraßen

Kronach – Coburg – Bad Königshofen 89 km

Das Frühstück im automatengesteuerten Economy Hotel fand zum Glück mit echten Menschen statt. Inklusive einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt, die sich 8 warmer Morgensonne von ihrer schönsten Seite zeigte. Das Frühstücksbüffet war nämlich in einem Partnerhotel in historischem Gemäuer aufgebaut. Kronach werden wir in guter Erinnerung behalten – ein besuchenswerter Ort.

Kronach – Blick aus unserem Automatenhotelfenster

Die ersten Kilometer bis Coburg erwiesen sich als um einiges weniger spektakulär als die gestrige Strecke. Leichtes Gewell, Anstiege, die nie besonders deutlich dem Radler die Zähne zeigen, wenn auch durchaus immer wieder aussichtsreiche Anhöhen erklimmt wurden. In der Regel war die Route nach Coburg sehr gut beschildert und umkurvte Bundesstraßen, ICE-Schnellfahrstrecken und Industriegebiete. Einiges an Gegend war dazwischen, die Örtchen allerdings unspektakulärer deutscher Wohndurchschnitt.

Coburg erreichten wir um die Mittagszeit. Eine sehr schöne Mischung aus prachtvollen farblich aufwändig gestalteten Spätmittelalterfassaden und viel ansehnlich saniertes Fachwerk. Wir speisten wir im Gasthaus Engel deftige fränkische Speisen mit schönem Blick auf den Marktplatz.

Schöner Erker am Stadthaus in Coburg

Gut beschildert fanden wir wieder heraus aus der Stadt und hier wechselte die Szene erstaunlich schnell. War östlich von Coburg die Gegend eher verbaut, war man jetzt sofort „draußen“. Die Hügel vom Vormittag waren auch hier, aber alles sehr ländlich und beschaulich mit wunderschönen verschlafenen Fachwerkdörfchen. Am Wegesrand Hühner, Pferde und Rinder. Immer wieder gelbe Rapsrechtecke. Und bald waren auch die Landstraßen verschlafen. Mitunter begegneten wir halbstundenweise keinerlei Automobilen, unvorstellbar in einer Nation, in der gefühlt jeder Zweipersonenhaushalt über drei Autos verfügt.

Der Nachmittag hätte perfekt sein können, leider blies uns während der ganzen Strecke ein munteres Windchen ins Gesicht. Mit einem Liegerad kommt man zwar trotzdem voran, ausgebremst wird man allerdings doch spürbar.

Eine kurze Stippvisite ins thüringische (Grenzübertritt!) bescherte uns ein kühles Getränk beim Kindergartenfest in Hellingen. Zum Glück, weil das Modell Dorfgaststätte weitgehend ausgestorben zu sein scheint. Traurig.

Voll was los beim Kindergartenfest in Hellingen

Schlussendlich erreichten wir Bad Königshofen und hatten nach 90 km Gewell mit Gegenwind auch reichlich genug. Ein Kurort mit dem typisch verblichenen Charme einer Zeit, in der Kuren noch von den Krankenkassen finanziert wurden und die Orte florierten. Im Hotel Ebner kamen wir unter, ebenfalls ein typischer Vertreter dieser Zeit mit viel Schmiedeeisen und Geranien an den Balkonen. Ein schöner Biergarten gehörte zum Haus und wir wurden vom Chef persönlich mit Speisen vom Grill versorgt.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s