Mitte

Dermbach – Philippsthal – Berka(Werra) – Bad Sooden- Allendorf 102 km

Streu, Felda, Werra, Ulfe, Sontra und wieder Werra. Mitteldeutschland kennt zahlreiche Flüsse, die vermutlich nicht mal meine Erdkundelehrer früher gekannt hätten. Und offensichtlich führten in früheren Zeiten vielfach Bahnlinien durch diese Täler, die wir heute als glattgebügelte Radelpisten benutzen dürfen. Der Verkehr findet nebenan statt. Alle Straßen, die wir heute touchierten, egal ob Bundes-, Land- oder Kreisstraßen wiesen erhebliches Verkehrsaufkommen auf. Besonders auffällig: der Schwerverkehr selbst auf kleinen Nebenstraßen. Gut, er ernährt mich hervorragend, deswegen will ich mich mal ganz ruhig verhalten.

Nach opulentem Frühstück in dieser etwas seltsamen Kombination aus Urban-Chic-Hotel und eher vergessenem Rhöndörfchen mit einer Bundesstraße mittendurch als einzigem Lebensnerv bretterten wir das Feldatal auf genau so einem perfekt asphaltierten Ex-Bahndamm herunter. Die Felda fließt in die Werra und wir setzten uns dort auf die gleichnamige Fahrradroute.

Damit waren wir aus der Rhön auch schon wieder raus. Tolle Gegend, da kann man noch mal hin.

Das Rhönschaf. Kam uns gerade noch rechtzeitig vor die Linse.

Sehr gute Radwege, meistens sehr lauschig im Grünen und nebenher plätschert der jeweilige Fluss. Alles sehr lohnenswert hier. Bloß leider stellte das Wetter im Laufe des Tages auf immer grauer und letztlich nass um.

Im Mittelteil der Strecke erlebten wir wieder einen Abschnitt, wo wir Radler zwar sehr schön auf der alten Landstraße geführt wurde, das Leben aber auf der Umgehungsstraße stattfand und demzufolge auch das Leben völlig aus den Dörfern verblichen war. Reine Schlafdörfer, wo nicht mal mehr ein Bäckerladen zu finden ist. Dafür ein häßlicher Verkehr auf der Bundesstraße. Und zu allem Überfluss unterquerten wir nicht nur eine, sondern gleich mehrere Megabaustellen für Autobahn- oder Schnellbahnbrücken. Auch eine Tunnelbaustelle war dabei.

Wir kamen am geographischen Mittelpunkt Deutschlands knapp vorbei. Die Attraktion besteht aus einem Schild neben dem Acker und wir verzichteten auf eine eingehende Besichtigung, da es dort schon wettertechnisch eher ungemütlich zuging.

Irgendwann entschloss sich das Wetter leider doch noch dazu, die Schleusen aufzumachen. Wir retteten uns zunächst in Berka unter einen Kingsize-Carport, um das Ende des Schauers abzuwarten, schlussendlich war aber doch volle Regenrüstung die bessere Strategie. Wir wollten auf jeden Fall Allendorf erreichen, Fotos versprachen eine Fachwerkorgie. So traten wir die letzten 25 km noch mal sehr konsequent in die Pedale.

Und tatsächlich: die Anstrengung hat sich gelohnt. nicht nur ein paar Häuser rings um den Marktplatz sind ansehnlich. Nein, die ganze Innenstadt in prachtvoll restaurierter Fachwerkversion. Man fühlt sich wie in einer Märchenfilmkulisse, Frau Holle hat ihr Sommerquartier bestimmt hier in Allendorf!

Unterkunft fanden wir ohne Mühe im Hotel Werratal mittendrin. Scheinbar das einzige Haus mit normaler Putzfassade, was aber nicht stört, wenn man auf das schöne Fachwerk hinaus schaut.

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