Zum Harz

Allendorf – Heilbad Heiligenstadt – Worbis – Bad Sachsa 88 km

Die erste Aktion des Tages (selbstverständlich nach dem Frühstück im Art-Deco-Restaurant Pelikan, das zum Hotel gehörte) war doch noch mal ein sonnengeflutetes Bad in der Allendorfer Fachwerkorgie. Nein, kann man das sogar Fachwerkorgasmus nennen, so umfassend ist die ganze Innenstadt davon geprägt. Und samt und sonders d8e Häuser und Häuschen alle wunderschön herausgeputzt mit liebevoll bunten Details an den aufwändig gestalteten Holzelementen. Eine absolute Empfehlung für einen Besuch.

Fachwerk rundum in Allendorf

Aufgrund dieses morgendlichen Streifzugs starteten wir etwas später in unsere geplante Etappe. Zunächst ging es noch etwas das Werratal entlang, und das war so schön, dass ich doch tatsächlich den Abzweig Richtung Leinetal erstmal verpasste. Ein blankgeputzter blauer Himmel mit freundlichen weißen Schäfchenwolken (hier wohl keine Rhönschafe mehr), üppiges Grün mit bunten Pünktchen von allerlei blühenden Blümchen ringsum.

Mit dem Übergang von Tal nach Tal, den man kräftig in den Beinen zu spüren bekam, hatten wir uns die erste Rast verdient. Die Passhöhe war in Wüstheuterode erreicht, der Ortsname führt jetzt meine inoffizielle Liste der abgedrehtesten Ortsnamen an. Die Rast fand dann in Heiligenbad Heiligenstadt im Tal der Leine statt. Eine wunderbare Thüringer Bratwurst füllte den Tank für die nächsten Hügel. Ein bisschen traurig wirkte das Städtchen, etwa ein Drittel der Läden in der eigentlich hübschen Innenstadt stand leer.

Hübsche Kühe auf der „Passhöhe“ in Wüstheuterode. Die armen erschraken total, als ich mit meinem Wolf angerauscht kam.

Dann ritten wir weiter an den Ufern der Leine. Ein munteres Auf und Ab auf meist schönem Radweg in weiterhin sehr schöner Gegend. Aber das Auf und Ab hatten wir ja schon mal erlebt – ein Flusstal an einem jungen Fluss ist oft nicht wirklich flach.

Dann kam der Nachmittagsdurst. Mitten in Deutschland in nicht horrend touristischen Gebieten muss man sich wohl inzwischen anstrengen, so etwas wie einen Biergarten zu finden. Es gab einen in Breitenworbis, allerdings war bezeichnenderweise das Gasthaus in der Dorfmitte geschlossen und die Gastronomie fand in einem Outletcenter statt, das dort in einen ehemaligen großen Bauernhof eingezogen war. Konsum rules…

Der letzte Abschnitt des Tages war schon deutlich im Zeichen des nahenden Harzes. Mehrfach hatte man einen Blick auf den Brocken und die Anhöhen wurden deutlicher. Der Harz zeigte uns schon mal seine Zähnchen. Und die letzten Kilometer nach Bad Sachsa sollten die Zähne noch mal tief ins Fleisch gehen: zum einen war in Mackenrode kurz vor Bad Sachsa eine komplett verkehrsverseuchte unübersichtliche Umleitungssituation, was Schwerverkehr fast überall bedeutete. Zum Schluss fanden wir doch noch eine ruhige fahrradfreundliche Route, die allerdings von Westen nach Bad Sachsa hinein führte und noch einmal über einen richtig unerbittlichen Hügel mit einem 12%-Schild führte. Natürlich völlig überflüssig, der Zielort lag dann wieder sehr viel tiefer.

Hier kamen wir ohne viel Aufhebens im Hotel Lindenhof unter. Sehr nette Leute, eine Gruppe netter Motorradfahrer hier, die alle wissen wollten, wie sich so ein Liegerad fährt. Das Hotel etwas in die Jahre gekommen, aber charmant unperfekt.

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