Wernigerode und der Brockenrummel

Ruhetag 0 km

Heute blieben die Wölfe artuntypisch im abgeschlossen Gitterabteil der Hoteltiefgarage. Ein Ruhetag war das Programm. Ruhe allerdings nur bezüglich der Fahrradkilometer. Wir wollten auf den Brocken, allerdings mit der Harzer Schmalspurbahn und teilweise zu Fuß.

Die Fahrt mit der Bahn selbst ist ein Erlebnis. Haben wir hier doch mit der Harzer Schmalspurbahn den Betreiber des europaweit größten ganzjährig dampfbetriebenen Streckennetz. Was in Zeiten von höher, schneller, weiter doch sehr beeindruckt, weil die Bahn sehr gemächlich den Berg hinaufschnauft.

Wie in alten Zeiten…

Wir führen auf dem Hinweg bis Schierke, um von dort den restlichen Weg bis auf die Brockspitze zu laufen. Nicht viele folgten unserem Beispiel, die meisten lassen sich heraufschnaufen und fahren dampfbetrieben wieder hinunter. Deswegen wunderten wir uns anfangs über die Ruhe – kaum jemand unterwegs. Mein Plan wäre nämlich ursprünglich gewesen, mit dem Fahrrad hinaufzufahren, was ich 8n Anbetracht der zu erwartenden Menschenmassen auf dem Fahrweg verworfen hatte.

Wir näherten uns dem Gipfel. Je näher wir kamen, um so mehr verdichtete sich die Menschenmenge. Oben angekommen wäre eher Rummelplatz. Wir gönnten uns eine Erbsensuppe mit Bockwurst – Pflicht dort oben, sie war auch trotz Massenandrangs sehr gut – um wenig später schon wieder im Zug ins Tal zu sitzen. Die nächste Verbindung wäre sehr ungünstig gewesen.

Schön war es dort oben auch nicht wirklich. Ziemlich zügig und bewölkt, markante Zweckbauten stehen herum und vor allem der Wald sieht zur Zeit zu großen Teilen ganz grauenhaft vertrocknet aus. Hangweise stehen nur noch graue vertrocknete Fichtengerippe herum. Wir schoben das zunächst auf die Klimakatastrophe, aber eine kurze Smartphonerecherche erklärte das Phänomen: die Fichtenmonokultur wird vollständig dem Borkenkäfer überlassen, der sich irgendwann selbst anschaffen wird. Dann nämlich, wenn sich zwischen den umgefallenen Bäumen einheimischer Laubwald von selbst wieder angesiedelt hat. Man möchte so richtiggehend einen Urwald „erschaffen“. Bis dorthin sieht das Landschaftsbild allerdings ziemlich trostlos aus.

Auf den ersten Blick kaputter Wald, soweit das Auge reicht. Dabei geht nur die unselige Monokultur kaputt.

Zurück in Wernigerode genossen wir noch das muntere Treiben in dieser quirligen, wohltuend lebhaften Kleinstadt. Mit dem Tourismus hat es diese Stadt geschafft, sich am Leben zu erhalten. Dafür ist es natürlich schon wieder eine ganze Masse Menschen, die z. B. an solchen verlängerten Wochenenden in die Stadt und die Gegend einfällt.

Ordentlich was los in Wernigerode.

Nichtsdestotrotz hat uns Wernigerode sehr gefallen. Morgen geht es weiter Richtung Norden, wir rollen langsam aus zur Ostsee.

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