An die Nordsee

Enkhuizen – Heerhugowaard – Alkmaar – Edmond aan Zee – Wijk an Zee 90 km

Das Wetter zeigte sich heute früh nicht mehr ganz so freundlich wie die letzten Tage. Vor allem hatte Holland die Windmühlen eingeschaltet und wir hatten einige km gegen den Wind. Was natürlich auf einem Liegerad immer erträglicher als mit einem aufrechten Fahrrad ist, merklich ist das aber schon.

Durch gewohnt dörflich-landwirtschaftliches Setting ging es wieder westwärts. Wir fuhren entlang der nördlichen Kante der Halbinsel, auf der sich Enkhuizen befindet. Sehr schön war ein Abschnitt, der einige km auf der Deichkrone entlang führte. In einem so flachen Land hat man schon auf dem Deich eine wunderbare Aussicht.

Nach 20 Kilometern regt sich ja gemeinhin beim Radtourenfahrer das dringende körperliche Bedürfnis nach Kaffee. In dieser ruhig-dörflichen Gegend – man könnte es auch plattes Land nennen – erwies sich die Erfüllung dieses Bedürfnis allerdings als schwierig. Ein hübsches Dorf nach dem nächsten kam, aber höchstens geschlossene Gastronomie.

Dafür sah ich schon eine ganze Weile auf meiner niederländischen Radrouten-App, dass wir uns einem orangenen „R“ auf der Karte näherten. Und dann stand tatsächlich ein Schild mit Kaffeetasse dort. Keiner da, aber ein Lädelchen mit Milchprodukten vom Bauernhof mit Selbstbedienung und Bänkchen hinter dem Bauernhaus. Und dann kam doch noch der Bauer höchstpersönlich vorbei, zeigt uns den hübsch eingerichteten Rastraum für Wanderer und Fahrradfahrer mit vorhandener Selbstbedienungskaffeemaschine. Wir konnten uns mit Beerenquark, Bauernhofeis, Kaffee und Sirupwaffeln stärken. Perfekt, tolle Einrichtung.

Am Rustpunt. Schöne Einrichtung für Wanderer und Radfahrer

Dann wurde das Setting wieder urbaner. Auf teilweise perfekten Fahrradstraßen mit Schildern „Liebe Autofahrer, ihr seid hier nur zu Gast“ rollten wir nach Alkmaar hinein. Diese Stadt ist berühmt für den traditionellen Käsemarkt, der natürlich genau heute nicht stattfand. Nichtsdestotrotz eine schöne Altstadt, die wir bei einem Radler am Biermuseum und auf der folgenden Radroute durch die Stadt, die alle schöne Ecken mitnahm, genossen.

Jetzt war es nicht mehr weit bis zur Nordsee. In Egmond aan Zee zogen wir die Schuhe aus und liefen durch den feinen Sand bis ans Wasser. Mit den Füßen waren wir drin, mehr war heute nicht angesagt: zu frisch der Wind, zu ungemütlich die Wellen.

Das letzte Teilstück verlief mitten durch die Dünen. Fast wie ein kleines Gebirge muteten diese manchmal an. Natur pur für 20 km: windgebeugte kleingewachsene Strandkiefern, Heidekraut, immer wieder Flecken hellen Sands. Der Weg allerdings ein wenig rumpelig.

Dünen“Gebirge“ soweit das Auge reicht

Unser Zielort Wijk aan Zee war dann auch bald erreicht. Vom Stahlwerk direkt im Kreut des Orts bekommt man zum Glück kaum etwas mit. Wir fanden ein entzückendes Hotel und hatten direkt am Meer mit malerischer Wolkenkulisse ein schönes reichhaltiges Abendessen.

Nordsee-Drama

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