In den Dünen

Wijk aan Zee – Ijmuiden – Zandvoort – Katwijk – Scheveningen – s’Gravenzande 100 km

Holland zeigte sich heute früh von der ungemütlichen nassgrauen Seite. Wir zögerten unseren Start hinaus, bis es fast nicht mehr regnete. Der feine Niesel ließ uns allerdings zunächst mit Regenzeug starten. Will ja auch mal gebraucht werden, so Regenzeug.

Der erste Plan war, am sog. Nordpier überzusetzen an das südliche Ufer der Ij-Mündung. Wir waren ja auch fast am letzten Zipfel, also ein kurzes Stück Weg. Dieser führte direkt an gestern schon besagtem Stahlwerk vorbei, was der grau-feuchten Stimmung noch das besondere Ambiente verlieh. Das Highlight dieser ersten Etappe waren allerdings schottische Hochlandrinder, die uns gemütlich beim Vorbeiradeln anglotzten. Inmitten eines kleinen Skulpturenpark. Skulpturen aus Stahl, versteht sich.

Zottiges im Skulpturenpark am Stahlwerk.

Am Nordpier suchten wir den Fähranleger. Ein reges Treiben – trotz des schlechten Wetters – von sturmfest gekleideten Anglern und in Neopren gewandeten Surfern, die zumeist barfuß vom Parkplatz zur Brandungszone liefen.

Am Fähranleger dann die kleine Enttäuschung: das Bootchen wäre vor einer halben Stunde gefahren und erst um viertel vor zwei wieder. Wir fuhren dann natürlich das Stahlwerk-Wegstück zurück und konnten dadurch ein zweites Mal die stoischen Rinder (und diese uns!) anschauen.

Ein Stückchen weiter östlich führt dann eine regelmäßig verkehrende Fähre über die Ij, auf die wir ohne Wartezeit hinausrollen konnten. Ratzfatz waren wir drüben.

Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen. Der Himmel war zwar noch immer wolkenverhangen, aber es war nicht kalt und der mäßige Wind kam von hinten und schob uns sanft in unsere Richtung. Meistens hatten wir eine schöne Route in schon von gestern bekanntem Dünensetting, allerdings heute fast immer auf allerbestem Rollerasphalt.

Wir passierten Zandvoort (schrecklich hässlich), Nordwijk (immer noch hässlich genug) und pausierten in Katwijk (ganz nett). Hier hatte ich 2010 auf meiner Nordseeumrundung übernachtet, ich erkannte aber nix wieder. Dafür gab es eine Bockwurst serviert von einer perfekt deutsch sprechenden freundlichen jungen Frau, die uns verriet, dass sie einen deutschen Vater habe.

Kultur in Nordwijk

Weiter ging die Fahrt in den Dünen. Irgendwann verlor ich die Nordseeroute und wir fanden uns in ungewohnt urbaner Gegend wieder. Die Schilder wiesen hier auch Richtung Den Haag Zentrum. Na gut, dann eben dort lang. Aber als wir kilometerlang entlang einer vierspurigen Straße geführt wurden, wurde uns das zu bunt und wir suchten wieder eine urlaubsfreundliche Route. Die zunächst durch eine parkähnliche Landschaft mit eindrucksvollen Landgütern führte, bevor wir wieder den schönen Dünengürtel erreichten.

Kleines Binnengewässer in den Dünen

In Scheveningen (wieder ziemlich furchtbar) gab es am Strand ein erstes Radler. Wir buchten unsere Unterkunft, fast blind über Google Maps. Ein B&B in einem Ort mit dem beinahe unaussprechlichen Namen s’Gravenzande.

Eine letzte Stunde durch die Dünen führte uns schlussendlich an gewaltigen Gewächshäusern vorbei in ein typisches Einfamilienhaus-Wohngebiet. Im B&B „de Sluiswachter“ wurden wir dafür aufs herzlichste empfangen. Man kochte uns erst mal einen Tee und wir mussten am großen Esstisch von unseren großen und kleinen Abenteuern erzählen. Mal eine Abwechslung zu den bisherigen Hotels: hier ist einfach das Dachgeschoss für Gäste ausgebaut.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s