Am Rhein

Bingen – Bacharach – St. Goar – Boppard – Koblenz (- Bonn) 70 km

Ach nee, der erste Blick aus dem Hotelfenster zeigte schon wieder nasses Pflaster. Wieder nur minimales Getröpfel, aber wieder das gewohnte Grau in Grau am Himmel. Heute sollte es doch schön werden!

Deswegen und aufgrund gewisser Ausfallserscheinungen meines Bio-Antriebs (schmerzende Knie und eine aufmuckende Achillessehne) beschloss ich, mir einen easy day zu gönnen. Bis Koblenz war der Plan per Rad, dann zum gebuchten Zimmer im Beethoven-Hotel in Bonn den Zug. Deswegen ließ ich mir auch ganz gemütlich Zeit und war erst um neun Uhr auf der Piste zurück.

Bis auf einen Schauer, den ich kurz unter dichtem Blätterwerk abwartete, war der Regen zum Glück ignorabel. Die Sonne fehlte halt wieder. Trotzdem genossich im gemütlichen Bummeltempo diese schöne Ecke des Rheintals mit ihren steilen Hängen, auf denen hier und dort aus den Wein- oder Waldhügeln eine Burg nach unten zum Fluss schaut.

Burgen oben und unten

In Bacharach erlaubte ich mir deswegen heute eine frühe Kaffeepause nach nicht einmal einer Stunde. Ich fand einen offenen Bäckerladen, allerdings auch wieder nur Pappbecherkaffee. Den konnte ich aber ein Stückchen weiter auf dem Rad geschaukelt auf dem Raucherbänkchen einer geschlossenen Weinstube zu mir nehmen. Immerhin mit Blick auf schöne Fachwerkfassaden.

Bacharach. Sehr hübsch.

Da die Möglichkeiten eines Boxenstopps am Rheinradweg eher marginal sind – entweder sichtbar von der Straße oder vom viel befahrenen Fluss, steuerte ich in St. Goarshausen die nächste Lokalität an. Und man kann auch um 11:00 schon ein Stück Erdbeerkuchen essen, das geht! Mit schönem Blick auf die Lorelei ließ ich eine ganze Weile Frachtkähne und megalange Güterzüge am anderen Ufer an mir vorbeiziehen.

Der Rheinradweg machte meistens viel Spaß, gut beschildert, in oft gutem Zustand und direkt am Rhein. Sehr schön folgt man dem Fluss Schleife um Schleife. Boppard war dann auch nicht mehr weit. Eine lebhafte Promenade empfing mich und eine hübsche Einkehr versorgte mich mit einem kleinen Mittagssnack.

Hier ist eine der wenigen Möglichkeiten, den Rhein zu überqueren. Es gibt hier nämlich so gut wie keine Brücken über den Rhein, nur ab und zu eine Fähre. Und in Boppard ist so eine putzige kleine – also verglichen mit denen, die wir am Bodensee so gewohnt sind. Immerhin groß genug für ein paar Pferde und noch eine mit Pferden bespannte Kutsche dazu. Naja, die mussten halt offensichtlich auch das Ufer wechseln und schwimmen ist dann doch keine Option.

Pferdefähre Boppard

Bis Koblenz war dann oft üble Holperpiste oder auch einiges an Kopfsteinpflaster. Ich hopste auf meiner „Hängematte“ – d. H., der Netz-Sitzbespannung – zum Teil ganz schön rum. Nicht so schlimm, das Ziel Koblenz war nicht mehr weit. Bis zum deutschen Eck fuhr ich. Dort war feiertagsbedingt ein durchaus intensives rummelartiges Geschehen, alle aber brav auf Distanz. Ich möchte nicht wissen, wie es hier vor Corona-Zeiten zuging, mir war das so schon zu viel. Und es fing dann tatsächlich hier auch noch mal zu regnen an. Das Wetterradar zeigte einen winzigen Niederschlagsstreifen direkt über Koblenz. Ich wartete unter einer großen alten Pappel, die zum Glück keinen Tropfen durchließ. Und nach kurzer Zeit war der Guss dann auch rum.

In der Altstadt war mir aber auch zu viel los, und so zog ich bald Richtung Bahnhof und hatte auch bald eine Verbindung nach Bonn. Hier gönnte ich mir noch einen kleinen Rundgang und fand dann aber schnell das Beethoven-Hotel, in dem ich gebucht hatte.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s