Von emotionsbedürftigen Ziegen, Baumberger Landschweinen und Holthausener Gärten.

Wieder ein trüber Tag, der nicht zu raumgreifenden Touren einlud. Wir gingen‘s gemütlich an. Der erste Programmpunkt war ohne zu überwindende Distanz – wir hatten André, unseren Landlord und Cheflandwirt des Sandsteinhofs, gebeten, uns ein wenig seinen Betrieb zu zeigen. Was er nach dem Frühstück gerne tat.

Sehr interessant, wie er uns von seinem Weg vom intensiven Schweineproduzenten (zu Hochzeiten hatte er 4000 Schweine, die kannte er dann nicht mehr alle persönlich) zum Biobauer berichtete. Heute hält und vermarktet er Baumberger Landschweine (eine Kreuzung aus Wollschweinen und Bentheimer Landschweinen, sehr wollig!) glücklich im Stall suhlen lässt und betriebt eine Biogasanlage, die nicht nur das Blockheizkraftwerk des Hofs mit Brennstoff versorgt, sondern inzwischen auch lukrativ den Biobauern der Region organischen Dünger zur Verfügung stellt.

Und so nach und nach möchte die Familie Kückmann die schon bestehenden Ferienwohnungen in seinen Hof erweitern und dieses Standbein stärken. Der Hauptbau ist ein imposantes Gebäude, größer als der Friedrichshafener Stadtbahnhof, Platz ist also prinzipiell genug. Über 100 Jahre ist der Hof alt und schon damals war es eine Besonderheit, so groß aus Baumberger Sandstein zu bauen, auch vor über einhundert Jahren schon ein exklusives Baumaterial. Sein Ururgroßvater hatte damals die Tochter des Steinbruchs geehelicht, sehr pfiffig.

Die Baumberger Landschweine des Sandsteinhofs. Ganz neugierig schauten sie, wer da so neugierig schaut.

Danach fühlte sich das Wetter immer noch nicht nach Heldentaten an, immer wieder regnete es leicht. Wir beschlossen, dem nahegelegenen Stift Tilbeck einen Besuch abzustatten. Eine schöne Klosterkirche und ein bisschen alte Klosteranlage, um die sich diverse Sozialheime und -Einrichtungen gruppieren. Ein schönes Café inklusive, mit einer kleinen Kaffeerösterei sogar.

Eine schöne Anlage, in der wir eine Weile lustwandelten. Eine sehr zutrauliche schwarze Katze, die offensichtlich froh um meine Zuwendung war und die ich förmlich in Genießerekstase wieder verließ. Eine große Voliere mit Zebrafinken, Wellensittichen und einem Kanarienvogel, der so inbrünstig sang, als wolle er allen den Tag schöntirilieren. Im kleinen Streichelzoo der Anlage ein ganz ähnliches Bild mit zwei stattlichen schneeweißen Ziegen. Sie streckten uns ihre Hälse am Zaun entgegen und wollten hemmungslos gekrault werden.

Stift Tilbeck. Durchaus einen Besuch wert.

Jetzt sah es zur Abwechslung tatsächlich so aus, als bliebe es trocken. Wir schwangen uns doch noch auf die Räder, um zunächst die kleine Strecke nach Havixbeck zurückzulegen. Ein Eis euphorisierte uns dermaßen, dass wir in nördlicher Richtung aufs Land radelten – zunächst zu einem Spargel- und Erdbeerhof zum Erwerb letztgenannter Früchte und dann noch weiter über schöne Landsträßchen. In Holthausen angekommen – wieder ein sehr hübsches Dorf mit schöner Kirche mittendrin – erwischte es uns aber eiskalt, ein regelrechter Guss kam von jetzt auf nachher vom Himmel. Wir retteten uns unter dem Carport eines Privatgrundstücks. Dort hatten wir nebst eindringlichem Pladdern des Regens auf das Blechdach des Carports immerhin den Ausblick auf einen wunderschönen Garten.

Rückzug war dann doch wieder angesagt, und das Regenzeug kam noch mal zum Einsatz. In Havixbeck erwischte es uns noch mal, da waren wir aber vorbereitet und immerhin war der Schauer nach 20 min. durch. Ein durchaus durchwachsener Tag, aber doch wieder etwas erlebt.

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