Brandenburgische Bäume

Berlin – Oranienburg 50 km

Der größere Teil des Tages fand nicht nur auf zwei Rädern, sondern auf ganz vielen Achsen statt. Da der Startort Berlin sein sollte und ich nach einigen Kurzarbeitswochen jetzt doch wieder plötzlich sehr intensiv die Arbeit aufnehmen konnte, war jetzt keine Zeit mehr, um vom Heimatort direkt per Rad anzureisen. Deswegen fand der erste Teil der Reise maskenbewehrt in der deutschen Bahn statt.

Die Verbindung war ziemlich gut. Da unter der Woche, war es kein Problem gewesen, einen Fahrradplatz im ICE zu reservieren. Bis München waren die zwei Züge auch sehr entspannt besetzt und ungewohnt pünktlich. Gottlob wurde der Schienenersatzverkehr zur Ferienzeit, sodass man recht schnell voran kam.

In München umgestiegen, nach dem ersten irrtümlichen Entern des ersten Fahrradabteils noch mal eben in den vorderen Zugteil umgezogen (zwei Waggons mit jeweils 3 Fahrradplätzen!) und Platz genommen. Ganz schön ausreserviert war das Abteil, also recht viel los. Alle mehr oder weniger brav mit Maske.

Der ICE kam absolut pünktlich in Berlin an. Dort war ich zum einen mit Swen verabredet, zum anderen sollten wir Oliver treffen, den ich schon sehr lange auf Twitter (@spmrider) kenne. Vor vielen Jahren war ich immer sehr beeindruckt von seinen Berichten über Touren mit dem Liegerad, und jetzt bin ich selbst nur noch liegend unterwegs und berichte gerne.

Kleine Trinkpause auf der Havelbrücke, geschickt den Schatten des Brückenbogens nutzend. Und ein bisschen Wind sorgte für Erfrischung.

Er lotste uns wunderbar aus Berlin hinaus. Zuerst Richtung Westen, bis Spandau, dann schwenkt die Route nach Norden und führt an der Havel entlang. Sehr warm ist es hier, aber sehr angenehm die Tatsache, dass man auf dieser Route durch sehr viel schattigen Wald fährt. Bei den Temperaturen die absolut zu präferierende Landschaftsform.

Ein netter Biergarten tauchte exakt zu dem Zeitpunkt auf, an dem der Durst spürbar wurde und ins Unangenehme zu rutschen drohte. Dort nahmen wir noch zu dritt ein gemeinsames Abschiedsgetränk, bevor Oliver wieder zurück Richtung City düste. Immer wieder eine Bereicherung, Menschen real kennenzulernen, mit denen man auf Twitter schon schriftlich einen guten Draht hatte!

Biergarten, See, Sandstrand. Die Gegend kann was.

Dann ging es mit unserer eigenen Navigation weiter. Die nicht zwingend notwendig gewesen wäre, der Weg ist recht gut ausgeschildert. Immer weiter unter jetzt brandenburgischen Bäumen hindurch, zumeist auf gutem Asphalt. Manchmal wurde man ein Stückchen auf Pflaster durchgerüttelt, einmal das von der berühmten übelsten DDR-Sorte. Manchmal war der Weg etwas liederlich angelegt und die eigentlich obenrum hochwillkommenen Bäume streckten unter uns ihre Wurzeln so eminent in den Asphalt, dass wir manches Mal gut durchgerüttelt wurden oder auf einigen kleinen Sprungschanzen fast aus dem Netzsitz katapultiert wurden. In Summe jedoch auf jeden Fall angenehm.

An einen schattigen Plätzchen unter einer Eisenbahnbrücke rasteten wir und zwei von Swens Mutti mit Liebe gemachten Schnittchen verschwanden in den Radlern. Das Nudelportiönchen im Bordrestaurant war dann doch nicht für viele Kilometer ausgelegt. Der Platz war cool: Kunst an der Betonwand – ein durchaus sehenswertes Graffitigemälde lohnte sich als Fotohintergrund.

Natur und Kultur im Berliner Umland. Und ein Wolf.

Nach dann nicht mehr vielen Kilometern erreichten wir Oranienburg. Ohne Umwege und Schlenker fuhren wir zuerst an den Lehnitzer See, wo uns ein Strandbad zur Abkühlung einlud. Sehr flach, das Seelein, dennoch genau das Richtige zu dieser dann doch sehr warmen Nachmittagsstunde.

Ein kleines Stückchen zurück ging es dann in unser gebuchtes Hotel, das nun wiederum an der Havel liegt. Und zwar ganz direkt, Zimmer und Terrasse blicken auf den Fluss. Sehr schön, und zum Abendessen bekamen wir nochmal Besuch von Sven und seiner Familie. Sven fährt auch einen Wolf, hat ihn ganz frisch und ist mindestens genauso begeistert wie wir. Sehr nett, dieser Abschluss dieses durchaus langen Tages.

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