Badeurlaub

Oranienburg – Liebenwalde – Zehdenick – Dannenwalde – Fürstenberg – Strasen 95 km

Der Tag begann, wie der vorige geendet hatte – auf der schönen, lichtdurchfluteten Hotelterasse direkt an der Havel, wunderbar ruhig gelegen. Nach dem reichhaltigen Frühstück brachen wir bald auf, der Tag versprach wieder hohe Temperaturen. Als erstes gönnten wir uns jedoch einen kleinen Abtecher zu den Sights von Oranienburg. Ein schneeweißes Schloss thront über der Havel, und ein schöner Schlossgarten schließt sich dem an. Der ist aber mit Eintritt zu betreten und somit nicht vom gewöhnlichen Radler zu durchfahren, wie ich mir das ausgemalt hatte.

Schloss Oranienburg. Davor der Prinz auf seinem edlen Ross.

Mit ein wenig Zickzack ging es zurück an die Fernverkehrsroute. Zufällig kamen wir an der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen vorbei. Unselige Vergangenheit, gut dass die Erinnerung daran nicht verloren geht.

Die Fernverkehrsroute war dann wieder Ruhe und Natur pur. Schöne Waldabschnitte, ähnlich wie gestern sehr wohltuend der Schatten. Allerdings waren heute auch mehr sonnige Abschnitte dabei (oder die Bäume standen auf der falschen Seite), und schon heute früh wurde uns klar gemacht, dass es ein sehr heißer Tag werden sollte.

Die Infrastruktur war heute bemerkenswert. Wir wurden auf kilometerlangen Fahrradstraßen unserem Ziel entgegen geführt, zumeist wunderbar „rolliger“ Asphalt. Wenig Baumwurzeln, die den Asphalt auf- und den Liegeradler aus dem Sitz sprengten. Geht doch, muss man offensichtlich nur richtig machen.

Der erste größere Ort war Liebenwalde. Hier gab es endlich das ersehnte Eis, sogar in homemade-Qualität von der Landbäckerei Janke. Das Setting war zwar suboptimal – offensichtlich treffen sich hier zwei Bundesstraßen und heftig viele Verkehr rollte mitten durch den kleinen Ort. Das Eis musste darum auch an dieser lebhaften Verkehrsader verzehrt werden, wenigstens Schatten hatten wir auf der gegenüber liegenden Seite.

So geht Radroute! Kein Verkehr, bester Asphalt, schattiger Wald.

Dann tauchten wir wieder in den Wald und ich die absolute Ruhe ein. Schöne Laubmischwälder gibt es hier überwiegend, die unseligen Fichtenmonokulturen sahen wir heute wenig. Bis Zehdenick rollte es wieder höchst angenehm auf diese Weise.

Kurz hinter Zehdenick, wo wir auf einer schönen Biergartenterasse einen kleinen Mittagssnack eingenommen hatten, war dann endgültig Badewetter. Passenderweise war ungefähr hier der Übergang in die Mecklenburger Seenlandschaft und wir mussten nicht lange suchen, bis wir am Radkestich eine schöne Badestelle gefunden hatten. Kurz hinein gehopst – das absolut richtige zu diesem sehr deutlichen Sommerwetter. Wir verweilten nicht lange, unsere Liegestühle haben wir ja sowieso dabei und die bringen uns praktischerweise auch noch weiter.

Und der nächste Boxenstopp war auch gleichzeitig ein erneuter Badestopp. Am Stolpsee hatten wir wieder eine schöne Stelle. Ein schöner sandiger Zugang, eine kleines bisschen Sandstrandfeeling (die ganze Gegend ist ja quasi eine riesige Sandkiste) und ein kurzer Sprung in die wohlverdiente Abkühlung.

Badeurlaub!

Dannenwalde hatte einen klimatisierten Hofladen. Wir packten einerseits Wild-Dauerwürste (statt Müsliriegel) in den Notvorrat, andererseits konnte man auch Platz nehmen und ein gekühltes Getränk konsumieren. So gerne ist man doch auch mal drin – die Nachmittagswärme war jetzt doch massiv.

Hinter Dannenwalde merkte man dann plötzlich die Eiszeit. Nein, nicht die umgebenden Temperaturen. War das Land bisher fast völlig flach gewesen, mischte sich hier mehr und mehr Gewell in die Radroute. Der Eiszeitgletscher war es, der das Land hier bedeckte und für einen Wechsel zwischen ein wenig Hinaufkurbeln und sofort wieder rollen lassen sorgte.

Fürstenberg ließen wir links liegen, es hätte einen wenn auch kleinen Abstecher auf lärmiger Hauptstraße bedeutet. Allerdings wurde der Durst danach immer präsenter, die gastronomische Infrastruktur war jetzt aber dünn. Wir mussten tatsächlich bis zu unserem Zielort Strasen durchhalten. Dort gab es aber wieder eine schöne Terrasse am Wasser und wieder einmal wurden wir knapp gerettet.

Auch hier statteten wir der heute schönsten Badestelle am großen Pälitzsee noch einen für uns sehr erfrischenden Besuch ab, bevor wir unser gebuchtes Gästehäuschen bald fanden. Eine sehr hübsche Unterkunft mit außerordentlich freundlichen Vermietern. Ein wunderschöner Tag hatte wieder sein krönendes Ende gefunden.

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