Klintauf- und ab

Lokalrunde auf der Insel Møn, 55 km

Das schöne Hotell „Stege Nor“ hat zwar eine wunderbare Lage direkt am großen gleichnamigen Binnensee, aber coronabedingt gibt es außer einer Thermoskanne frischen Kaffees kein Frühstück. Also mussten wir uns erst mal selbst versorgen, ein kleiner Supermarkt 3 min vom Hotel hatte alles. Unser selbst gemachtes Frühstück konnten wir dann aber ungestört so lange wir wollten auf der dem See zugewandten Terrasse genießen. Das Hotel ist auch eher so Jugendherbergsatmosphäre – eine große Gemeinschaftsküche und ein schöner Aufenthaltsraum und ebenjene Terrasse – alles sehr einladend.

Irgendwann konnten wir uns dann doch losreißen. Die berühmten Kreidefelsen am östlichen Ende der Insel waren heute unser Ziel. Ziemlich ähnlich wie der Königsstuhl auf Rügen (ist ja quasi gegenüber), dafür ganz viele der beeindruckenden weißen Nasen warten hier auf die Besucher. 20 km muss man von Stege zurücklegen, diese nahmen wir also heute früh unter die Räder.

Das erste Stück führt wenn auch mit Fahrradweg an der einzigen viel befahrenen Landstraße der Insel statt. Überraschend viele LKWs waren unterwegs, was nicht so überragend angenehm war. Diese waren vermutlich alle unterwegs, um die frisch eingefahrene Getreideernte in die großen Mühlen zu verfrachten. Die Welt will eben versorgt sein, was man dann auf einer Urlaubsinsel auch spürt.

Etwa nach der Hälfte der Strecke verließen wir diese busy road. Jetzt ging es noch einmal rauschend hügelab, um dann sichtlich in fast ein Gebirge überzugehen. Møn faltet sich zum Osten hin ordentlich auf, die Klippen sind dann ja auch bis zu 128 m hoch und diese vollumfänglich sichtbar, weil ja direkt am Meer gelegen.

Wir mussten zwar nicht ganz bis zu dieser Höhe hinauf, aber vermutlich das erste und einzige Mal auf dieser Tour auf eine Höhe mit dreistelliger Zahl. Es war auch schon wieder ordentlich schwül, und an den durchaus steilen Rampen floss der Schweiß schon wieder.

Das letzte Stück bis zum Møns Klint Geocenter – dem Besucherzentrum mit Museum, Café, Toilette, Schließfach usw. – wurden Radfahrer und Fußgänger auf einem Naturpfad gelotst. Allerdings waren beim Design dieses Wegs mit Sicherheit keine Liegeradfahrer zugegen gewesen, das war schon sehr Single Trail zum Teil! Aber ganz spaßig, die meiste Strecke. Und bald war der Parkplatz des Geocenter erreicht.

Relativ geruhsam ging es zu, mit Sicherheit auch wegen der pandemischen Situation. Die Dänen kennen die Kreidefelsen schon, ein paar Deutsche waren zugegen, der Rest der Welt bleibt im Großen und Ganzen zur Zeit daheim. Gut für die jetzigen Besucher, kein Rummel gerade, alles sehr überschaubar.

Auf jeden Fall einen Besuch wert – strahlend weiße Klippen, Bäume, die sich waghalsig an die Kante krallen und tief unten das Meer.

Die Kreidefelsen leuchteten in einem strahlenden Weiß bei dem schönen Sonnenschein, den wir schon wieder hatten. Den ganzen Rundgang gaben wir uns jedoch nicht, vor allem nicht die Treppen bis hinunter zum Meer – hundert Höhenmeter machen wir lieber per Liegerad, mit dem so was zumindest bergab viel leichter geht.

Auf der Südseite der Insel radelten wir zurück. Dort befanden sich zwei besuchenswerte Strände, und auch hier war das Ostseewasser wieder wunderbar. Eine Frittenbude oder einen Spirituosenstand gab es aber auch an diesen Stränden nicht, Dänemark und Malle sind halt schon sehr unterschiedlich.

Einmal noch im Abendlicht südlich um den See rum, dann konnten wir in Stege wieder ein gekühltes Getränk am Hafen genießen. Was selbstverständlich wieder einmal gerade noch rechtzeitig war.

Hafenbierchen in Stege nach vollendeter Møn-Runde

Morgen ziehen wir weiter, es wird die zweitletzte Etappe vor Kopenhagen sein. Sicher auch wieder sehr lohnenswert.

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