Im Wald und auf der Heide

Pattensen – Sehnde – Lehrte – Uetze – Meinersen – Gamsen – Wahrenholz – Hankensbüttel – Wittingen 114 km

Der Tag versprach freundliches Wetter. Da nurmehr ziemlich genau 200 km bis zum Treffpunkt übrig waren, ging ich den Start nicht so ehrgeizig an und war gegen neun Uhr wieder auf der Piste.

Der Speckgürtel von Hannover war sehr spürbar. Die ersten Kilometer rollte ich neben viel lärmiges Verkehr her und richtete mich auf sehr viele ähnliche Kilometer heute ein. Aber nicht die Bohne – irgendwann schwenkte meine Route in einen Feldweg ein und ich hatte den ganzen Tag wieder zumeist sehr ruhige Verbindungen.

Sehr flach inzwischen, die Lande hier. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wurde im wesentlichen vom Straßen- oder Wegebelag bestimmt. Und da war wieder einmal alles dabei – vom flüsterleisen Flugasphalt bis zum Holperpiste-Hopseweg par excellence. Viel Schotter oder Sandpiste war heute dabei, aber zum Glück meist sehr gut fahrbar.

Die erste Unterbrechung des Dauerrollens war in Müllingen. Hier stand an der Dorfkreuzung ein putziges kleines Häuschen mit dem hier üblichen reich verzierten Balken überm Eingang. Eine freundliche Verkäuferin lugte aus dem Fenster und lud mich in den Dorfladen ein. Eine Laugenstange mit ordentlich Butter ließ ich mir geben und fuhr weiter durch dieses putzige Dorf.

Der Dorfladen in Müllingen

Gefühlt Stunden später – die ersten 40 km waren fast schon weg sah man plötzlich reetgedeckte Lehmhäuser. Es handelte sich um en ehemaliges Freilichtmuseum und Naturschutzzentrum, was aber völlig verlassen vor sich hindümpelte. Schade, da gab es natürlich keinen Kaffee oder so – die Gebäude waren alle abgesperrt, aber zumindest konnte ich meine Laugenstange mal verdrücken.

Eigentlich eine tolle Sache, die man leider verfallen lässt: das Freilichtmuseum Grafhorst

Dann kam so langsam die Mittagszeit. Ein Biergarten oder ähnlich wäre jetzt mal angesagt gewesen. Ich fuhr und fuhr und fuhr, 60 km, 70 km, 80 km – und es kam – nichts. Nur Wald, Wiesen, ab und zu kleinere Weiler mit ausschließlich Wohnbebauung.

Der Nachmittag war also noch jung, wenn ich so weitermachte, würde ich am frühen Nachmittag in Wittingen ankommen, wo es vermutlich auch nichts zu entdecken gab. Glücklicherweise hatte ich am verlassenen Freilichtmuseum mit zwei älteren Herren geplaudert, die mir wegen meines Zielorts das Otterzentrum in Hankensbüttel wärmstens empfahlen. Mitten im Wald (mal wieder) plante ich meine Route um, auf dass der heutige Tag wenigstens noch etwas Abwechslung böte.

Im Wald, ein schmaler, gut rollender Radstreifen nebendran. Gab es heute öfter.

Das war jetzt eher eine Straßenroute, aber alles mit Radweg. Gegen 16:30 kam ich bei den Ottern an. Es handelt sich um ein Freigehege, in dem die verschiedensten Marderarten sehr naturnah gehalten werden. Alle Viertelstunde wird eine andere Art gefüttert, an bekommt wissenswertes über die Tiere mitgeteilt und man kann sie beobachten. Ich hatte das Vergnügen, Iltisse und Nerze zu erleben, die Otter waren leider auf Renovationsurlaub. Und zum Schluss noch zwei veritable Dachse, die schnaufend auf ihrem Hügelchen auf und ab rannten, um das von den Pflegerinnen verteilte Futter im hohen Gras wiederzufinden. Super! Ich schmolz dahin wie Butter in der Sonne bei all den possierlichen Kerlchen.

Ist er nicht… ? 😉

Nach einem diesen Besuch abrundenden Radler waren noch 8 km bis zum reservierten Hotel zu absolvieren – das ging dann auch noch. Wittingen ist nicht so der attraktive Ort, also alles richtig gemacht mit den Ottern & Co.

Immerhin – lustige Skulpturen am Marktplatz in Wittingen.
Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s