Im Havelland

Rühstädt – Havelberg – Schollene – Rathenow 68 km

Der Tag begann im Schlosshotel mit klassischer Musik und Ambiente. Tolle Location, die über 200 Jahre fürstliche Vergangenheit atmete. Begleitet von Storchengeklapper: Rühstädt gilt als DAS Storchendorf – auf den Häusern befinden sich zahlreiche lebend gefüllte Storchennester. Am Vorabend waren wir bei einem Verdauungsspaziergang sehr beeindruckt ob der schieren Anzahl, Wo man auf die Giebel schaute – Störche!

Das Schlosshotel in Rühstädt. Tolle Location.

Trotz all dieser schönen nicht radgebundenen Gegebenheiten ging es dann irgendwann los auf unsere erste richtige gemeinsame Etappe. Wir sind jetzt zu viert: mein Herzallerliebster, seine Tochter und deren Herzblatt machen uns gemeinsam auf, die Welt auf jeweils zwei Rädern bis zur Ostsee zu erobern.

Störche allenthalben. Der ist echt!

Die Wetterprognosen für diesen Tag waren eher feucht. Nichtsdestotrotz war es zum Glück trocken, als wir losradelten. Wieder sehr schön hier – Auenlandschaft mit Magerwiesen, knorrigen Weiden und Schafen oder Kühen, die die Bäume klein halten. Die ersten Deichschafe waren zu bewundern. Die bekanntermaßen ein kürzeres und ein längeres Beinpaar haben. Oder warum stehen die so gerade auf dem Deich?

Es rollte. Super Belag und Rückenwind, was will man mehr. Wir erreichten bald Havelberg und es sah nach Regen aus. Das erste Café am Platz war unseres und genau richtig für ein zweites Frühstück. Eine sehr badisch sprechende Dame vom Kaiserstuhl bediente uns. Sie war hierher übergesiedelt weil ihr das Leben im Süden zu teuer geworden war und schön ist es hier ja auch.

Wi fuhren bei trotzdem bald weiter, es regnete höchstens so leise weinend und hörte auch immer wieder mal auf. Und genau wie zuvor rollte es super, die Kilometer flogen nur so dahin. Gut für unsere beiden Radtouren-Newbies, das soll ja nicht frustrieren am Anfang.

Bei Gnevsdorf, da mündet die Havel in die Elbe. Wir folgen der Havel.

Gegen km 50 sah es dann aber sehr düster am Himmel auf. Mehrheitlich fiel die Äußerung, dass man jetzt doch eine Gaststätte begrüßen würde. Kaum geäußert, erreichten wir die Ortschaft Schollene (Betonung auf dem ersten „e“) und die dortige Linde. Nix wie rein.

Eine richtig urige Dorfbeiz hatten wir erwischt. Die Einrichtung hatte etwas verblichenen Charme, alles eher zweckmäßig mit PVC-Boden und kopierten Ölgemälden, aber offensichtlich ein echter Treffpunkt, wo das halbe Dorf beisammen saß und wir dann mittendrin. Und kaum saßen wir drin, fing es an zu schütten, dass es nur so platschte. Und wollte nicht wieder aufhören. Wir speisten und es schüttete. Wir liehen uns Karten und spielten mindestens eine Stunde „Siebzehn und vier“ und es schüttete. OK, dann blieb uns eben doch nichts anderes übrig als volles Regenzeug und die letzten 15 km (wir nahmen die Abkürzung über die Landstraße) in diesem kräftigen Regen mitzunehmen.

Man überlebt es dann doch immer wieder. In Rathenow hatten wir das gebuchte Hotel schnell gefunden und schon als wir noch draußen vor dem Eingang standen, kam schon die Dame des Hauses hinaus und bot uns alle Hilfe an, die man als nasser Radler so braucht: Unterstand für die Räder, Trockenraum fürs Regenzeug und ein schönes große Zimmer, in dem man an der Badezimmerheizung die nassen Sachen trocknen kann. Beim besten Italiener am Platz ließen wir diesen wenn auch nur mental harten Tag opulent ausklingen und waren wieder versöhnt mit der Welt.

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