Durch die Schorfheide

Liebenwalde – Marienwerder – Angermünde – Felchow 77 km

Unsere Herberge war hübsch, aber leider sehr laut an einer Bundesstraße gelegen. Liebenwalde selbst wäre ein sehr hübscher Ort mit fast geschlossener Bebauung aus dem 19. Jahrhundert rund um den Marktplatz, aber offensichtlich leidet der Ort sehr gerade unter dem heftigen Schwerverkehr, der hier eigentlich mit Tempo 30 durchrollen sollte, woran sich viele aber höchsten pro Achse dran halten. Aber ein sehr nettes Frühstück bekamen wir im Innenhof serviert. Dort nervt der Verkehr auch kaum, eine schöne Entschädigung.

Liebenwalde. Schön, aber auch hier stehen haufenweise Automobile rum.

Los ging es und zunächst führte uns unsere Route am Finowkanal entlang. Sehr schattig, ruhig und angenehm wieder viele Kilometer durch den Wald. Buchen stehen hier plötzlich in großer Anzahl in den Wäldern, wofür die Gegend auch bekannt ist. Das gehörte wohl schon zum Weltnaturerbe „Buchenwald Grumsin“, was wohl eines der größten geschlossenen (Buchen-)Waldgebiete bundesweit ist.

In Marienwerder stoppten wir, da uns der Wirt zurief, dass bei ihm das letzte Bier vor dem Nordkapp erhältlich sei. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, ein frühes Radler kann kein Fehler sein. Sehr launig, der so genannte „Schleusengraf“, der seinen Biergarten vor einem urigen alten Feldstein-Gewölbegebäude betreibt. Ein älterer Herr aus dem Dorf kam noch dazu und beide hatten gut was zu erzählen.

Das nächste Highlight wartete dann bald auf uns: Wir fuhren am schönen Werbellinsee entlang und wir hatten wieder einmal eine schöne Badestelle. Das Wasser war sehr klar – die meisten Seen hier sind eher etwas grünlich-trübe.

Am Werbellinsee.

Danach fing die Landschaft an, deutliche Wellen zu schlagen. Man kurbelte schon mal ein paar Minuten bergauf, um dann rasant kurvig wieder die Waldhügel hinunterzudonnern. Wir sammelten heute auch fast 300 Höhenmeter, zuletzt war diese Zahl kaum dreistellig gewesen.

Irgendwer musste einen Radroutenschalter betätigt haben. Wir überquerten die A11 und danach wurden unsere Verbindungen katastrophal schlecht. Schotter, Sandlöcher und Pflaster – ein Gravelparadies, aber der Rollerasphalt der letzten Tage war mir dann doch lieber. Vor allem dem wenig erfahren Team machte die Hitze und der Sitzfleischzustand sowieso schon Kummer. Und dann noch eine solche Holperstrecke und kein Land in Sicht. In Groß Ziethen erreichten wir das Besucherzentrum des Geoparks „Eiszeitland“ (daher kommen auch die Hügel). Leider hatte es erst ab Mittwoch – dem Folgetag – geöffnet, so lange wollten wir nicht warten. Ein freundlicher Herr in einem Garten nebenan rettete uns dann aber doch vor dem Verdursten mit frischem Wasser für unsere Flaschen.

Um dem Geholper ein Ende zu setzen, nahmen wir den Radweg an der Bundesstraße. Bester Asphalt wieder, nur hörte er 6 km vor Angermünde abrupt auf. Dieses sehr deutsche Verkehrsschild „Radweg Ende“ – hier war es sehr üble Realität. Wir hatten die Wahl für Holperstrecke mit Umweg oder ein paar Kilometer Bundesstraße. Die Entscheidung fiel für letzteres, was aber ziemlich übel war. Viele LKW, die allermeisten überholten sehr vernünftig, einer zog fürchterlich knapp an uns vorbei.

Letztlich überlebten wir auch das und erreichten Angermünde. Ein sehr schöner Ort und wir fanden auch ein sehr nettes Restaurant, was uns vorzüglich verpflegte.

Angermünde, ein sehenswerter Ort!

Ein weiteres Bad im dortigen Mündesee und ein kleiner Umweg über die Bundesstraße vermeidende Ortsstraßen durch der schöne Gegend führten uns nach Felchow und dem dortigen Landhotel, unserem Ziel. Endlich einmal ein wirklich ruhiger Ort.

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