Am Inn

Bahnhof Ötztal – Landeck – Martina – Nauders 83 km

Der Berg ruft. Der eigentlich autofreie Samstag am Stilfser Joch am 28.08. hatte mich schon letztes Jahr ein Hotelzimmer in Trafoi buchen lassen. Die Autofrei-Aktion wurde coronabedingt zwar abgesagt, nichtsdestotrotz beschlossen mit mir noch zwei weitere coole (oder verrückte) Ladies, dass man das trotzdem machen sollte und dann noch einiges an durchaus nicht ganz ebener Strecke drumrum für eine mehrtägige Tour planen sollte.

Deswegen fuhren wir heute zunächst mit dem Zug nach Ötztal. Hier sollte es schön flach einrollend durchs Inntal bis zu den 11 letzten Kehren vor der Norbertshöhe gehen, um dann in Nauders zu übernachten.

Los geht‘s!

Aber von wegen lockeres Einrollen im Flusstal: der eine oder andere geneigte Leser mag sich an eine ähnliche Situation im Rheintal von Chur nach Disentis erinnern. Das war ziemlich genau so. Schon vom Bahnhof weg ging es munter den Hügel hinauf. Kurz danach stell man fest, dasss es auch hier eine Schlucht gibt, wo man über die zugehörigen Felsen muss, weil eben nur der Fluss selbst im Tal bleibt. Zum Teil mit bis zu 16% ging es hinauf zur – Bundesstraße.

Eigentümlicherweise war hier viel Verkehr, aber ausschließlich ruhender. Da rollt man doch locker vorbei und schnell war auch die Ursache klar: ein total zu Klump gefahrenes Auto stand auf der Gegenfahrbahn und die entsprechenden Einsatzfahrzeuge rundherum. Und auch wir Fahrradfahrer durften erst mal nicht vorbei. Eine gute Viertelstunde wurde unsere Geduld geprüft, bis es weiterging. Dann allerdings mit recht wenig Verkehr eine schön gleichmäßig abfallende Straße herunter – juhuuu!

Danach fanden wir uns am Fluss wieder und nutzten den Innradweg. Sehr schön asphaltiert (was die Rennradfraktion des Teams beglückte) und wunderbar verkehrsarm angelegt. So erreichten wir um die Mittagszeit Landeck, genau richtig für eine kleine Einkehr. Bei einem trendigen Italiener bekamen wir Blutorangenlimonade und eine sehr leckere Burrata. Nicht ganz die Discountvariante, aber Location, Service und Produkte stimmten.

Schöne Holzbrücke. Alle mussten fotografieren.

Nach Landeck biegt der Inn Richtung Süden ab (bzw. eigentlich umgekehrt, er kommt ja von dort) und wir folgten dieser Richtung. Schön, dass der durchaus kräftige Wind jetzt von hinten kam, er blies uns wunderbar immer wieder die Hügelchen des Radwegs hinauf. Auch hier war nämlich wieder ein munteres Auf und Ab.

Zu allem Unglück war kurz nach Landeck ein Riesenschild, was wortreich irgendwas über eine temporäre Sperrung aussagte. Ich las nur die Stichworte „ausgenommen“ und „Radverkehr“, sodass ich nicht mal großartig abbremste und wir weiter fuhren. Irgendwann zwischendrin begegneten uns ein paar Automobile – ja, eng war es schon. Einer der Autofahrer murmelte etwas von „Gendarmerie“ – und ein paar Kurven weiter standen sie schon und hielten uns eine Standpauke, dass wir aus dieser Richtung nur zu jeder vollen Stunde hätten fahren dürfen. Nun gut, sie ließen uns trotzdem weiterfahren.

Die Strecke hügelte sich weiter durch Prutz, Tösens, Pfunds. Dann kam der Augenblick, wo man die Landstraße Richtung Maloja einschlägt und der Verkehr auf der linken Seite des Tals die Bundesstraße bleibt und man mal in der Schweiz, mal in Österreich ist. Und um genau 16:00 erreichten wir das Zollamt Martina, von wo aus der Inn ein letztes Mal überquert wird und man 11 Kehren bis zur Norbertshöhe vor sich hat.

Das Feld trennte sich schnell, die Liegeradfraktion ist bergauf doch deutlich gemäßigter unterwegs. Nichtsdestotrotz wurde Höhenmeter um Höhenmeter erklommen und an der Norbertshöhe trafen wir uns alle wieder, sehr glücklich über die gemeisterte erste alpine Challenge.

Geschafft! Und bis dort sogar trocken geblieben, das Wetter spielte schon wieder „Sommer 2021“.

Nach Nauders ist dann nur noch ein kurzes Stück Abwärtsgeroll (64,8 km/h!!!) und schnell hatten wir unser Hotel gefunden. Insgesamt waren fast genau 1200 Höhenmeter zusammen gekommen. Und das im wesentlichen im Flusstal.

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