Das Tal des Dessoubre

St-Hippolyte – Vallée de Dessoubre – Hôtel de Gigot – Vallée de Dessoubre – St-Hippolyte 56 km

Der Tag begann neblig. Herbst im Flusstal, also nichts außergewöhnliches. Nach dem Frühstück hatte sich die Sonne aber wieder prächtig am bleuen Himmel eingefunden. Die erste Etappe war motorisiert und sollte uns ins 33 km entfernte St-Hippolyte führen.

Wir schaukelten also zunächst einmal wieder das Doubs-Tal entlang. Zum Teil waren wir das am Vortag schon geradelt, die zweite Hälfte war neu. Schön war es allenthalben. Und zum Glück auf der schmalen Straße wenig los, wir sind ja doch ganz schön dick mit unserem rollenden Tiny House.

In St-Hippolyte waren Supermarkt und Campingplatz nach einem ungewollten leicht schweißtreibenden Abstecher ins enge Dorfgewirr schnell gefunden. Wir fanden ein Plätzchen auf diesem wieder sehr lauschig am Fluss gelegenen Campingplatz und machten uns startklar für den unmotoriserten Teil des Tages.

In das Tal des Dessoubre sollte die Reise gehen. Hier war ich schon vor exakt 30 Jahren lang gekommen und dachte damals, man müsste nochmal hier her kommen, so schön war das. Naja, hat eben ein paar Jahre gedauert aber jetzt waren wir da.

Und tatsächlich: schon vom Ortsausgang anfangend ein wildromantisches Tal mit sehr ruhigem Landsträßchen. Noch enger als das Doubs-Tal mit viel Wald auf den Hängen. Mächtige Felsen, die immer mal wieder volle Breitseite aus dem Wald hinauslugen. Und ab und zu ein Häuschen rechts und links der Straße, oft kleine hübsche Ferienhüttchen.

Wunderschön.

Wir erreichten das Dorf Rosureux. In the middle of nowhere, ein paar versprengte Häuser, die sich um ein kleines Kirchlein drängen. Hier machten wir einen Abstecher auf den Kirchplatz und – siehe da, der Brunnen war noch da. An diesem Brunnen hatte ich vor 30 Jahren von einer sehr netten Madame des Dorfs einen Laib Brot geschenkt bekommen, als ich fragte, ob es hier irgendwo eine Möglichkeit gäbe, Lebensmittel aufzustocken. Heute wie damals allerdings nichts. Heute stand zwar eine Pizzabude herum, die aber sehr verlassen wirkte.

Der Brunnen in Rosureux. Ob der Hydrant vor 30 Jahren auch schon da war, kann ich jetzt nicht sagen. Damals waren aber reale Menschen um diesen Brunnen versammelt.

Wir radelten noch ein Weilchen flussaufwärts. Der ursprüngliche Plan war, nach Pierrefontaine auf die Anhöhe zu fahren – meine damalige Route führte uns dort hinauf. Hier konnten wir damals etwas einkaufen und fanden dann einen sehr netten Bauern, der uns eine Wiese zum Zelten überließ.

Am Abzweig nach Pierrefontaine allerdings dann dieser immer wieder unwillkommene Hinweis: „Route barrée“. Und Baustellenlaster, die schwungvoll um die Ecke kurvten. Das Hotel Gigot in diesem grünen Talgrund hatte zum Glück geöffnet, sodass wir bei kühlem Getränk die Szene betrachten konnten. Und beschlossen, auf derselben Strecke wieder zurück zu fahren.

Gesperrt.

Was dann noch mal schöner war: erstens lief es leicht bergab natürlich sensationell, zweitens bekamen wir noch mal ganz andere Perspektiven auf die beeindruckenden Felsen und drittens fand Swen doch noch eine Stelle, an der er sich in den alpin kalten Fluss werfen konnte. Nun ja, der Wasserstand war kaum pfützenhoch, aber er war glücklich danach.

Am Ende kamen doch wieder mehr als 50 km zusammen und wir durften auch heute einen schönen Tag mit spätsommerlich warmem und schönem Wetter genießen.

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