Wasserfällchen

Sankt-Hippolyte – Les Brenets (motorisiert) – Le Saut du Doubs (zu Fuß) – La-Chaux-de-Fonds

Wetterumschwung. Wie prognostiziert regnete es nachts kräftig und morgens immer noch. Kein Wetter für eine Königsetappe. Wir wollten auch wieder in die Schweiz übersiedeln. Und La-Chaux-de-Fonds lockt mit einem sehenswerten Museum über die dortige Entwicklung der Uhrenindustrie. Und dem von Le Corbusier entworfenen Stadtgrundriss, inzwischen Unesco-Welterbe.

Leider wurden wir etwas ausgebremst. Nicht vom Frühstück, für das wir uns viel Zeit ließen. Als wir losfahren wollten, gab es nach Zündung an einen entsetzlichen Dauerwarnton, der eigentlich nur vor der nicht eingefahrenen Trittstufe an der Türe warnen sollte. Alles abgecheckt ob zu, drin oder verriegelt – Warnton brüllt immer noch. Nach Wälzen der unergiebigen Bedienungsanleitung blieb dann noch ein Anruf beim Kundenservice für dieses ansonsten hervorragende Wohnmobilchen. Am Ende fanden wir mit deren Hilfe den Sicherungskasten, zogen eine der Sicherungen heraus und steckten sie wieder rein – Stille. Gottseidank.

Dann ging es über die französischen Höhen des Comté Richtung Süden. Schöne Strecke, und ab und zu war sogar ein Hauch Sonne am Himmel wahrzunehmen. Deswegen hatten wir doch ein wenig Outdoorprogramm in die Planung aufgenommen: Von Les Brenets wollten wir zum Saut du Doubs laufen – dem Wasserfall am Doubs. Wir waren nämlich inzwischen wieder weiter östlich am nach Norden fließenden Schweizer Ast des Doubs angelangt.

(Fast) wie am Grand Canyon.

Das Wetter hielt einigermaßen und so wurde das eine sehr lohnenswerte Aktion. Man läuft in lichten Höhen über steil abstürzenden Hängen oberhalb des sich schlängelnden Lac des Brenets. Ein grün bewachsener mit dichten Moosen durchzogener Märchenwald flankiert dieses Gewässer, immer wieder kommen mächtige senkrecht abstürzende Felsen an den Hängen zum Vorschein. Wie ein Grand Canyon fühlt sich das durchaus an.

Hier plätscherte wohl dereinst mal munter Wasser zum Wasserfall hin. Jetzt – nichts mehr.

Der Wasserfall schlussendlich enttäuscht dann ein wenig. Vermutlich der Klimakatastrophe geschuldet sind über weite Teile des oberen Verlaufs nur große moosbewachsene Felsbrocken mit zum Teil überhaupt keinem Wasser zu sehen. Weiter unten sprudelt dann doch wieder ein wenig heraus, was sich am eigentlichen Wasserfall 27 m in die Tiefe ergießt. Nun ja. Die Vielzahl der heute meist geschlossenen Buden am Weg zeugen von einem weitaus kräftigeren Strom an Besuchern in der Hochsaison, das war zum Glück sehr entspannt heute.

Schlussendlich gab es doch noch ein bisschen Wasser, das runterfiel.

Danach steuerten wir unsere Zielort an, wo ein schöner Campingplatz mit freundlichem Empfang auf uns wartete. Wir machten noch einen kleinen Ausflug auf zwei Rädern nach Downtown (schrecklich verkehrsverseucht hier) und leider versagte Swens Zusatzantrieb den Dienst beim steilen Wiederanstieg zum Campingplatz zurück. Die Technik war uns heute nicht gewogen.

Am Campingplatz. Dramahimmel im Preis inbegriffen.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s