Going East

Neresheim – Wolfen (motorisiert)

Wir hatten eine wunderschöne Nacht am Kloster. Abgesehen von den Kirchenglocken, die aber zum Glück weit genug entfernt waren, dass wir nicht jede Viertelstunde aus dem Schlaf gerissen wurden, herrschte absolute Ruhe. Sternenhimmel, zirpende Grillen, ein Käuzchen,das aus dem Wald rief.

Zum Frühstück verließen wir diesen außergewöhnlichen Platz – Google empfahl uns das Café Flath direkt an der ersten Kreuzung im Dorf. Ein lebhafter Betrieb am Bäckertresen ließ uns zunächst daran zweifeln, ob wir hier überhaupt Frühstück bekämen. Aber auf Nachfrage bekamen wir eine Speisekarte und durften aus drei Varianten wählen. Und wir durften sogar im Raum des Cafés Platz nehmen. Alles etwas in die Jahre gekommen in Original 80er-Jahre Messingcharme und Plüschausstattung, aber man versorgte uns gut.

Auf dem Weg zum Frühstück – Hinabrollen vom Klosterhügel

Und dann waren wir wieder on the road. Zunächst führte uns die B466 übers Land. Diese Straße führt landschaftlich sehr schön über grüne bewaldete Hügel und durch pittoreske Dörfer, in denen die Kirche noch wohlgeordnet mittendrin steht.

Kurz vor Nürnberg dann wieder deutsche Autobahnrealität, Zum Glück mit überall erträglicher Dichte und so gut wie kein Stillstand, aber das Landschaftserlebnis is auf der Autobahn immer sehr eingeschränkt.

Als Pausenhalt erkoren wir Lederhose aus. Dieser Ortsname war uns schon öfter aufgefallen, wenn wir diese Strecke gefahren waren. Jetzt wollten wir mal eine persönliche Beziehung zu diesem durchaus unbedeutenden Ort im Thüringischen aufbauen.

Am Teich bei Lederhose

Wir entdeckten eine Reihe von Teichen rund um das Dorf. Hier versprachen wir uns einen schönen Platz zum Pausenaufenthalt abseits von Autobahnromantik und LKW-Lärm. Und so bogen wir in einen wenig vertrauenserweckenden Rumpelschotterweg ein, aber hatten tatsächlich ein schönes Plätzchen am Teich vor einem dort stehenden Ensemble von drei einsamen Häusern gefunden. Wir standen natürlich völlig im Weg, und unglaublich aber wahr, genau in diesem Moment wollte eines von vermutlich nicht mehr als drei für diese Siedlung möglichen Autos vorbei und auf dem Parkplatz vor dem Haus parken, den wir in diesem Moment effizient blockierten. Also ein Stück zurückgesetzt, dann klappte der Einparkvorgang. Die Dame hatte aber außer einem mehr als skeptischen Blick offensichtlich nichts für uns übrig und aus dem Fenster wurden wir auch argwöhnisch beäugt.

Trotzdem – ein schönes Plätzchen für unsere Bemmen, die vom Frühstück im Café Flath übrig geblieben waren. Aber wir mussten noch einige Kilometer Autobahn absolvieren, bevor wir in Wolfen ankamen und uns über Muttis gedeckten Mittagstisch freuen konnten.

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