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Indien 2007 – Von Dharamsala bis Manali (Teil 3)

28. & 29. August 2007: In Amritsar begann unsere Magical Mystery Bus Tour, die uns bis Leh bringen soll. Da wir eine recht kleine Gruppe waren, hatten wir in unserem Bus mehr als genug Platz. Unser Fahrer hieß Mr. Ashok mit seinem Assistenten Vijay. Für den besseren Überblick wie die Strecke der nächsten Tage aussieht, habe ich eine kleine Karte gebastelt:

Die Magical Mystery Bus Tour von Amritsar nach Leh

Die Magical Mystery Bus Tour von Amritsar nach Leh, 930km

Erste Station unserer Tour war Dharamsala, bzw. McLeodganj, wie der Ortsteil in dem sich der Exilsitz des Dalai Lama befindet eigentlich heißt. Auch ein spiritueller Ort sollte man meinen, und in einigen Teilen ist er es sicher. Aber ich muss sagen, dass mir Amritsar und vor allem der goldene Tempel von der ganzen Atmosphäre her wesentlich besser gefallen hat. Das mag auch am schlechten Wetter liegen, mit dem wir hier empfangen worden sind. Aber ich hatte eher den Eindruck, dass Dharamsala ein von vielen westlichen Heilsuchenden (im Gegensatz zu Gläubigen) überlaufenes kleines Dörfchen ist, aus deren Verehrung für den Dalai Lama gern Kapital geschlagen wird. Es gibt einen Souvenirladen neben dem anderen und man hat an manchen Ecken den Eindruck, sich in einem Esotherikparadies zu befinden. Am schönsten ist es eigentlich noch, das ganze Durcheinander der verschiedenen Kulturen und Nationen zu beobachten, die hier herumwuseln. Ansonsten fand ich den Ort eher enttäuschend. Nur die Landschaft hier ist wirklich wunderschön, auch wenn wir noch die Reste der Regenzeit zu spüren bekommen. Dharamsala klebt förmlich am steilen Berghang, was spektakuläre Ausblicke bietet, sofern sich nicht gerade ein Regenschauer ergießt.

Buntes Treiben in Dharamsala

Buntes Treiben in Dharamsala

Insgesamt haben wir einen Tag Station in McLeodganj gemacht und den Tag für eine Wanderung genutzt. Das Wetter benahm sich auch zunächst sehr gut. Es gibt in der Nähe von McLeodganj ein paar schöne Wasserfälle, die wir sehen wollten und einen Hindutempel. Leider fing es dann gegen Mittag zu regnen an und zwar wie aus Kübeln. Mir stand das Wasser in den Schuhen, nur gut, dass der Rucksack mit meiner Kamera unter die Regenjacke passte. Nach einer Weile kam die Sonne zum Glück wieder raus, was auch unserer Stimmung etwas half. Nur im Hotel hatte nichts eine Chance trocken zu werden. Ich glaube ich habe noch nie in einem feuchteren Haus übernachtet. Wir waren alle froh, am nächsten Morgen in den Bus zu steigen, auch wenn es eines der komfortableren Hotels der Reise mit TV im Zimmer und Hotelbar war. Und nicht nur ich hatte meine Schuhe zum trocknen mit in den Bus genommen.

Hindutempel bei Dharamsala

Hindutempel bei Dharamsala

30. August 2007: Die Busfahrt nach Manali zog sich bis Abends um halb acht hin. Die Strassen sind eng und oft schlecht und man wird ganz schön durchgerüttelt. Außerdem ist der Verkehr für unser Empfinden chaotisch, wir wundern uns eigentlich dauernd, dass wir keine Unfälle sehen, geschweige denn selber welche bauen. Einen Stau wegen eines Unfalls hatten wir dann doch, passernderweise an einem Stausee (Sorry, dem Kalauer konnte ich nicht widerstehen 😉 ). Es gab unterwegs viel zu sehen, wir haben z.B. einen kleinen Hinutempel in Baijnath besucht, der auf dem Weg lag. Für einen weiteren reichte es nur zu einem kurzen Fotostopp.

Hindutempel in Baijnath

Hindutempel in Baijnath

Je weiter man Richtung Manali kommt, desto landschaftlich schöner wird es. Das Kullu Tal, an dessen Ende Manali liegt, ist sehr malerisch. Hauptsächlich werden hier Äpfel angebaut. Fast glaubt man sich in den Alpen oder der Schweiz, bis man wieder eine vereinzelte Palme sieht oder einem der Geruch von Curry in die Nase steigt. In der Ferne sieht man schon die ersten 4.000er wenn die Wolken den Blick freigeben. Das Tal selber liegt auf etwa 2.000m. Eine grandiose Kulisse.

31. August 2007: Manali will sich anscheinend zu einem indischen St. Moritz entwickeln und baut gerade wie wahnsinnig – überall werden Hotels hochgezogen. Daneben sieht man noch die Bausünden der letzten Jahrzehnte, in denen man Bettenburgen en Masse hingestellt hat. Tatsächlich fährt der vermögendere Inder hier gerne in den Urlaub. Aber im Tal gibt es auch durchaus malerische kleine Dörfer. Zwei davon haben wir heute besucht: Vashisht, berühmt für seine heißen Quellen und Naggar, in dem es ein altes „Schloß“ gibt, was man leider nicht besichtigen konnte weil im Umbau (anscheinend zum Hotel), wie auch einen mit kunstvollen Schnitzereien verzierten Tempel. Ein interessanter Stopp war das Haus von Nicholas Roericht, einem russischen Maler, Wissenschaftler und Philosoph aus dem 19. Jahrhundert. Sein Interesse galt dem Himalaya und er hat viele Jahre im Kullutal gelebt. Sein Haus ist bis heute Galerie und Museum. In Naggar haben wir außerdem leckere Forellen (aus lokaler Zucht) gegessen und danach noch eine kleine Wanderung durch malerische Apfelplantagen gemacht. Diesmal Gottseidank ohne Regen, wenn auch für meinen Geschmack immer noch zu schwül und zu warm! Morgen früh geht es dann so richtig hoch hinaus über den Rothang Pass weiter in Richtung Leh.

In den indischen Alpen

In den indischen Alpen